Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2017

Pressemitteilung

Oberfränkische M+E Industrie: gute Lage, vorsichtige Erwartungen / Dr. Ohl: „Pläne für ausländische Standorte expansiver“

19.01.2017 - Hof

Die Unternehmen der oberfränkischen Metall- und Elektro-Industrie stufen die aktuelle Lage als gut ein, sind aber wegen der gesamtwirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten vorsichtig bei ihren Geschäftserwartungen. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedern in der Region.

Die oberfränkischen M+E Unternehmen bewerteten die Geschäftslage im zweiten Halbjahr 2016 als gut – und deutlich besser als bei der letzten Umfrage vom Juli. Fast 60 Prozent der Firmen beurteilten das Inlandsgeschäft positiv, fünf Prozent kamen zu einer negativen Einschätzung. Bei den Exporten kamen sogar 88 Prozent zu einem positiven Urteil, nur gut 4 Prozent waren unzufrieden. „Bezüglich der weiteren Entwicklung sind die Unternehmen jedoch äußerst zurückhaltend und vorsichtig. Sowohl für das Inlands- als auch für das Auslandsgeschäft gehen rund 90 Prozent von einer gleichbleibenden Lage aus“, erklärt Dr. Hanns-Peter Ohl, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-Ost.

In der oberfränkischen M+E Industrie war die Ertragslage 2016 insgesamt gut, aber sehr differenziert. Zwar erwarten knapp 42 Prozent der Betriebe für das Jahr 2016 eine Nettoumsatzrendite von 4 Prozent und mehr. Gleichzeitig befürchtet aber jedes 5. Unternehmen, Verluste geschrieben zu haben. Weitere 21 Prozent erwarten eine schwarze Null oder rechnen mit einer unzureichenden Rendite von unter 2 Prozent. Die inländischen Produktionspläne sind aufwärts gerichtet. Ein Drittel der Unternehmen will den Output in der ersten Jahreshälfte 2017 ausweiten, 8 Prozent müssen die Produktion drosseln. „Erheblich moderater fallen die Investitionspläne aus. Nur knapp 6 Prozent der Firmen wollen die Investitionen erhöhen, knapp 3 Prozent wollen sie zurückfahren. Mit 35 Prozent entfällt immerhin der größte Anteil auf Erweiterungsmaßnahmen. Ersatzbeschaffungen machen 27 Prozent der geplanten Investitionen aus, Rationalisierungen 17 und Innovationen 14 Prozent. An den Auslandsstandorten ergibt sich für die Produktionspläne ein etwas höherer Saldo von rund +35 Prozentpunkten, die Investitionspläne fallen mit einem Saldo von knapp +4 Punkten ähnlich aus wie im Inland“, so Ohl.

„Wir erwarten, dass sich der Beschäftigungsanstieg in der Region weiter fortsetzt. 2016 sind in den oberfränkischen M+E Unternehmen 1.000 neue Stellen entstanden. Derzeit arbeiten bei uns 57.000 M+E Beschäftigte. Für 2017 rechnen wir mit 1.200 neuen M+E Arbeitsplätzen“, sagt Ohl und fordert zugleich, die Zukunft des Standorts zu sichern: „Seit Jahren verliert die M+E Industrie durch überproportional steigende Lohnkosten an Wettbewerbsfähigkeit. Zudem werden Globalisierung und Digitalisierung unsere Wirtschaft nachhaltig verändern. Wir brauchen ein neues Kostenbewusstsein und noch mehr Flexibilität für die Unternehmen, um Wertschöpfung und Wohlstand in Deutschland, Bayern und Oberfranken halten zu können.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Eva Schirmbeck

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Eva Schirmbeck
nach oben