Letzte Aktualisierung: 05. Juni 2019

Pressemitteilung

Pressemitteilung anlässlich der Vorstellung des „Transformationsatlasses“ der IG Metall / Unternehmen sind beim Transformationsprozess in Vorleistung gegangen

05.06.2019 - München

Anlässlich der heutigen Vorstellung des „Transformationsatlasses“ der IG Metall, der den ökologischen und digitalen Wandel in den Unternehmen untersucht, fordert der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. von der IG Metall, die Transformation der Industrie chancenorientiert, technologieoffen und ohne Widersprüche zu begleiten. „Einerseits unterstützt die IG Metall überdimensionierte Klimaziele und gefährdet damit unsere Leitindustrie, die Automobilindustrie. Sie will gleichzeitig die damit verbundenen strukturellen Herausforderungen und die daraus entstehenden Kosten für Transformationsregelungen den Unternehmen auferlegen. Das ist der falsche Weg. Wir müssen eine Klimapolitik aufsetzen, die für die Industrie machbar ist und bei der insbesondere die tarifpolitischen Weichen darauf ausgerichtet sind, die Unternehmen beim Übergang zu unterstützen. Die Doppelbelastung gefährdet die Zukunft unserer Industrie und der über vier Millionen Beschäftigten“, kommentiert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Laut vbm sind die Unternehmen der bayerischen M+E Industrie deutlich in Vorleistung gegangen. Sie haben trotz der gestiegenen Kostenbelastung massiv investiert – in neue Technologien und Innovationen sowie in großem Umfang in Arbeitsplätze und Beschäftigung. „Künftige Tarifabschlüsse müssen das berücksichtigen. Ziel muss der Abschluss von interessengerechten und akzeptierten Tarifverträgen sein, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten. Dann ist Tarifbindung auch attraktiv für alle“, so Brossardt. Aktuell sind in der bayerischen M+E Industrie mehr als 870.000 Personen beschäftigt – so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Der vbm lehnt die geforderte Ausweitung der Mitbestimmung sowie zusätzliche Kosten ab, die zum Beispiel durch vom betrieblichen Bedarf losgelöste Qualifizierungsansprüche entstehen. „Die Tarifregelungen zur Qualifizierung stammen größtenteils aus dem Jahr 2015 und sind umfassend genug. Wir müssen sie nur konsequent für die digitale Transformation nutzen“, erklärt Brossardt und fügt hinzu: „Persönliche Qualifizierungsziele sind vom Arbeitgeber hingegen nicht zu bezahlen. Ein verbindlicher, langfristiger Qualifizierungsplan geht an der betrieblichen Realität vorbei. Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit muss unangetastet beim Unternehmen liegen, denn er trägt das wirtschaftliche Risiko.“


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