Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2019

Pressemitteilung

Unternehmerische Freiheit ist Garant für Wohlstand / Brossardt: „Wer hohe Tarifbindung will, muss etwas dafür tun“

04.10.2019 - München

Anlässlich des bevorstehenden Gewerkschaftstages der IG Metall in Nürnberg vom 06.10. bis zum 12.10. sieht der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. das Tarifvertragssystem an einem Scheideweg. Der vbm fordert von der IG Metall eine neue lohnpolitische Weichenstellung, die sich klar am Produktivitätsfortschritt orientiert und die fatale Kostenentwicklung der vergangenen Jahre stoppt.

„Wir können nur verteilen, was wir erwirtschaftet haben. Nur so können wir gemeinsam für die Zukunftsfähigkeit des M+E Standorts und seiner Beschäftigten eintreten. Das goldene Jahrzehnt ist vorbei und wir stehen vor neuen und großen Herausforderungen. Die IG Metall muss darauf eingehen, wenn ihr Ziel eine hohe Tarifbindung ist und sie muss sich entscheiden, ob sie zukünftig einen Flächentarifvertrag für weniger Unternehmen oder einen Flächentarifvertrag für die gesamte M+E Industrie will“, kommentiert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Die Unternehmen der bayerischen M+E Industrie sind deutlich in Vorleistung gegangen und haben trotz der gestiegenen Kostenbelastung massiv investiert – in neue Technologien und Innovationen sowie in großem Umfang in Arbeitsplätze und Beschäftigung. „Künftige Tarifabschlüsse müssen das berücksichtigen. Ziel muss der Abschluss von interessengerechten und akzeptierten Tarifverträgen sein, die Mindestbedingungen für alle abbilden und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhalten.“

Weiter fordert der vbm die IG Metall dazu auf, die unternehmerische Freiheit als oberstes Prinzip und Garant für Wohlstand anzuerkennen. „Diese darf nicht durch mehr Mitbestimmung eingeschränkt werden, denn der Unternehmer trägt das wirtschaftliche Risiko“, betont Brossardt.

Der vbm steht klar zur Tarifbindung, betont aber, dass diese kein Selbstzweck ist und freiwillig bleiben muss. „Wenn Unternehmen außerhalb des Flächentarifvertrags größere Erfolgschancen sehen, muss diese Freiheit gegeben sein. Wer hohe Tarifbindung haben will, muss etwas dafür tun“, erklärte Brossardt.

Der vbm fordert die IG Metall dazu auf, die Transformation der Industrie chancenorientiert, technologieoffen und ohne Widersprüche zu begleiten. Wir dürfen die Unternehmen bei der Bewältigung der strukturellen Herausforderungen durch Globalisierung und Digitalisierung nicht mit zusätzlichen tariflichen Kosten für Transformationsregelungen belasten.

Der vbm lehnt auch zusätzliche Kosten ab, die zum Beispiel durch vom betrieblichen Bedarf losgelöste Qualifizierungsansprüche entstehen. „Die Tarifregelungen zur Qualifizierung stammen größtenteils aus dem Jahr 2015 und sind umfassend genug. Wir müssen sie nur konsequent im Rahmen der digitalen Transformation nutzen“, erklärt Brossardt und fügt hinzu: „Persönliche Qualifizierungsziele sind vom Arbeitgeber hingegen nicht zu bezahlen. Ein verbindlicher, langfristiger Qualifizierungsplan geht an der betrieblichen Realität vorbei. Die unternehmerische Entscheidungsfreiheit muss unangetastet beim Unternehmen verbleiben.“

Aktuell sind in der bayerischen M+E Industrie mehr als 870.000 Personen beschäftigt – so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung.


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Tobias Rademacher

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