Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2019

Pressemitteilung

Fachkräftemangel in der M+E-Industrie wird durch Wahloption verschärft / Brossardt: „Jeder vierte Tarifmitarbeiter wählt Freizeit statt Geld“

03.01.2019 - München

Im Tarifabschluss in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie vom 08. Februar 2018 wurde das tarifliche Zusatzentgelt (T-ZUG) vereinbart. Danach besteht für bestimmte Tarifmitarbeiter eine Wahloption zwischen 27,5 Prozent eines Monatsverdienstes oder acht zusätzlichen freien Tagen im Jahr 2019.

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. zieht ein Fazit über die Regelungen für 2019. Einer aktuellen Umfrage des vbm nach haben fast 25 Prozent aller Tarifmitarbeiter einen Antrag auf mehr freie Tage gestellt. „Die große Anzahl von Anträgen auf mehr Freizeit stellt unsere Unternehmen bei der aktuellen Arbeitsmarktsituation und den bestehenden Fachkräfteengpässen vor erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten. Das gilt insbesondere bei Schichtarbeitnehmern, von denen 36 Prozent einen Antrag auf mehr Freizeit gestellt haben. Das Geld steht in der sehr gut bezahlenden Branche ganz offensichtlich nicht mehr im Vordergrund“, erklärt vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Laut Tarifvertrag muss ausfallendes Arbeitsvolumen kompensiert werden, damit ein störungsfreier Betriebsablauf gewährleistet wird. Ist dies nicht möglich, können beantragte Freistellungen abgelehnt werden. Die Umfrage zeigt aber, dass sich die Betriebe bemühen, möglichst viele Anträge zu genehmigen. So liegt der durchschnittliche Anteil der abgelehnten Anträge nur bei 17 Prozent. „Es dürfen keine falschen Erwartungen bei den Arbeitnehmern geweckt werden. Die Betriebsparteien brauchen kreative Lösungen, damit keine Arbeit liegenbleibt und Aufträge abgearbeitet werden. Wir brauchen mehr Flexibilität, um wirtschaftliche Dynamik zurückzugewinnen und den Standort zukunftssicher zu machen“, betont Brossardt.

Neben der Vereinbarung von Mehrarbeit und der Ausweitung von 40-Stunden-Verträgen setzen rund 30 Prozent der Unternehmen auch auf Zeitarbeit, sie kompensieren den Arbeitszeitausfall also mit externen Beschäftigten. „Wir hoffen, dass die IG Metall das Instrument der Zeitarbeit als wichtige Flexibilisierungs-Stellschraube anerkennt und zukünftig nicht weiter bekämpft“, mahnt Brossardt.


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