Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2017

Pressemitteilung

Zur IG Metall-Umfrage zur Arbeitszeit: Betriebliche Realitäten bleiben außen vor

22.05.2017 - München

Der vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. kritisiert die Umfrage der IG Metall Bayern zur Gestaltung der Arbeitszeit. „Es kommt immer darauf an, wie man die Frage stellt. So wie das die IG Metall getan hat, kommt bei der Umfrage letztlich eine ‚Wünsch-dir-was‘-Liste heraus. Die Umfrage lässt völlig außer Acht, dass die Wünsche der Beschäftigten stets mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang gebracht werden müssen. Von daher hat die Umfrage mit der realen Arbeitswelt wenig zu tun“, sagte vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Der vbm weist darauf hin, dass nach der Umfrage die überwältigende Mehrheit der Befragten in Bayern (73 Prozent) mit ihrer Arbeitszeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden ist. Lediglich zehn Prozent sind unzufrieden. „Dies zeigt, dass die Unternehmen in Absprache mit ihren Beschäftigten gute Lösungen finden“, so Brossardt.

Der vbm stimmt mit der IG Metall überein, dass das Arbeitszeitgesetz flexibler werden muss. Brossardt betont aber: „Mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit darf nicht einseitig zu Lasten der Arbeitgeber gehen. Es geht uns nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens. Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen muss der Spielraum der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie ausgeschöpft werden, die eine wochenbezogene Betrachtung und eine Wochen-
höchstarbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden vorsieht. Beschäftigte und Betriebe gewinnen dadurch Flexibilität bei der Verteilung der Arbeitszeit.“

Der vbm weist zudem die Forderung nach einem gesetzlich garantierten Rückkehrrecht aus der Teilzeit in die Vollzeit zurück: „Arbeit im Betrieb gibt es nicht, wenn es ein Gesetz verordnet, sondern wenn mehr Aufträge hereinkommen. Mit einem Anspruch auf befristete Teilzeit drohen neue bürokratische Hürden und organisatorischer Aufwand fern der betrieblichen Realität mit weiterer Überregulierung des Arbeitsrechts“, so Brossardt.


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