Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2021

Pressemitteilung

Pressemitteilung zur Konjunkturumfrage in der Metall- und Elektro-Industrie / Beschäftigungsrückgang setzt sich fort – Erholungsprozess wird lange dauern

13.01.2021 - Ingolstadt

Die oberbayerische Metall- und Elektro-Industrie kommt nicht aus der Rezession. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region. „2020 müssen wir als ein Jahr, das an die Corona-Pandemie verloren gegangen ist, abschreiben. Während nur 13 Prozent der Unternehmen in der Region MünchenNord-Ingolstadt das aktuelle Inlandsgeschäft positiv bewerten, kommen doppelt so viele zu einem negativen Ergebnis. Auch beim Exportgeschäft liegt der Saldo im negativen Bereich. Die Erwartungen für 2021 sind per Saldo zwar positiv, die Hälfte der Unternehmen rechnet aber mit einer unverändert schlechten Lage. Damit ist klar, dass auch das neue Jahr wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser für die Unternehmen bringt und wir von einem Nachkrisenaufschwung noch weit entfernt sind“, erläutert der Vorsitzende der bayme vbm Region MünchenNord-Ingolstadt, Helmut Krauss.

Besorgniserregend sind die weiter im negativen Bereich liegenden inländischen Beschäftigungspläne der Unternehmen, verdeutlichen diese doch die ernste Lage. „Rund 39 Prozent der Unternehmen in der Region rechnen im Inland mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau. Wir müssen jetzt umsteuern und unseren Standort fit für den internationalen Wettbewerb machen. Daher fordern wir im Hinblick auf die kommende Tarifrunde den Tarifpartner auf, realistisch zu sein und die Arbeitskosten in Deutschland in den Griff zu bekommen. Es gibt nichts zu verteilen“, so Krauss.

Allein 2020 sind 9.000 Arbeitsplätze in der oberbayerischen M+E Industrie verloren gegangen. Die Gesamtbeschäftigung in der M+E Industrie im Regierungsbezirk liegt derzeit bei rund 248.000. 2021 werden voraussichtlich noch weitere 6.000 Stellen verloren gehen. „Kurzarbeit, unternehmenseigene Maßnahmen, die Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht und staatliche Unterstützungshilfen haben einen noch schnelleren Stellenabbau verhindert“, so Krauss.

Die Ertragslage der Unternehmen zeigt sich in der Region sehr heterogen. Fast jedes zweite Unternehmen in der Region MünchenNord-Ingolstadt befürchtet für das Jahr 2020 Verluste oder eine international kaum wettbewerbsfähige Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent. Das sind fast viermal so viele Unternehmen wie noch vor einem Jahr. Immerhin gaben noch 37 Prozent der Unternehmen an, sie erwarteten eine Nettoumsatzrendite von über vier Prozent, aber auch diese Zahl liegt um ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. „Die Ergebnisse werden positiv durch die Kurzarbeit beeinflusst, reduziert diese doch die Kosten. Der Effekt ist aber nicht von Dauer“, klärt Krauss auf.

„Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Neben den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie müssen die Unternehmen auch politisch bedingt den Strukturwandel schneller vorantreiben. Dafür brauchen sie alle verfügbare Liquidität. Für die anstehenden Tarifverhandlungen heißt das, dass es keinen Verteilungsspielraum gibt und dass Tarifverträge flexible und individuelle Lösungen für alle Unternehmen bereithalten“, so Krauss.


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Andreas Ebersperger

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