Letzte Aktualisierung: 23. April 2019

Pressemitteilung

China hat mit 8,50 Euro pro Stunde niedrigste Arbeitskosten im Wettbewerberfeld / Brossardt: „Staatliche Energiesubventionen unterstützen chinesische Unternehmen“

23.04.2019 - München

China ist sowohl für Deutschland als auch für Bayern der wichtigste Handelspartner. Bezogen auf M+E Produkte werden deutschlandweit zehn Prozent aller Ausfuhren in die Volksrepublik China geliefert, aus dem Freistaat sind es elf Prozent. Durch die engen Außenhandelsverflechtungen besteht auch ein reger Standortwettbewerb zwischen beiden Ländern. „China hat nicht nur deutlich niedrigere Arbeitskosten, sondern auch die Lohnstückkosten liegen bei weniger als der Hälfte der deutschen M+E Industrie. China setzt uns als Wettbewerber immer mehr unter Zugzwang. Das gilt insbesondere, wenn noch staatliche Subventionen hinzukommen, wie bei den künstlich niedrig gehaltenen Strompreisen“, kommentiert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm.

Der Wettbewerbsnachteil ergibt sich aus einer Studie, die bayme vbm bei ihrem Dachverband Gesamtmetall initiiert haben. Sie untersucht, wie sich die Standortbedingungen für die deutsche M+E Industrie im internationalen Vergleich entwickelt haben. Danach sind die durchschnittlichen Arbeitskosten in China die niedrigsten der 13 betrachteten Länder, in Deutschland sind es hingegen die höchsten. „Betrachtet man die Lohnstückkosten, gewinnen die bayerische und deutsche M+E Industrie im Zeitablauf an Boden. Das liegt aber vor allem an den im Vergleich deutlich schneller steigenden Arbeitskosten in China und nicht an Produktivitätsfortschritten bei uns. Teure Lohnabschlüsse der vergangenen Tarifrunden belasten die Konkurrenzfähigkeit unserer Unternehmen auf internationalen Märkten. Hier brauchen wir zukünftig mehr Lohnzurückhaltung“, betont Brossardt.

Laut Studie bestehen auch deutliche Nachteile für Deutschland bei den Energiepreisen. „Die Elektrizitätserzeugung in China wurde erst vor wenigen Jahren aus der staatlichen Verwaltung an Unternehmen vergeben. Echter Wettbewerb existiert nicht, die Preise sind staatlich subventioniert und liegen bei gerade einmal 40 Prozent des deutschen Niveaus. Zusammen mit den politischen Verfehlungen bei der Energiewende in Deutschland besteht ein echter Wettbewerbsnachteil. Hier muss zügig gegengesteuert werden“, so Brossardt.


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