Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2021

Pressemitteilung

Pressemitteilung zur Winter-Konjunkturumfrage in der niederbayerischen Metall- und Elektro-Industrie / Beschäftigungsrückgang setzt sich fort – Erholungsprozess wird lange dauern

19.01.2021 - Passau

Die niederbayerische Metall- und Elektro-Industrie kommt nicht aus der Rezession. Ungewiss sind zudem die Länge und die daraus resultierenden Auswirkungen des Lockdowns auf die konjunkturelle Erholung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute vorgestellt wurde. „2020 müssen wir als ein Jahr, das an die Corona-Pandemie verloren gegangen ist, abschreiben. Die aktuelle Geschäftslage hat sich zwar gegenüber dem Sommer verbessert. Die Erwartungen für 2021 sind per Saldo positiv, knapp 38 Prozent der Unternehmen rechnen aber mit einer unverändert schlechten Lage. Damit ist klar, dass auch das kommende Jahr wirtschaftlich schwieriges Fahrwasser für die Unternehmen bringt und wir von einem Nachkrisenaufschwung noch weit entfernt sind“, erläutert Bernhard Wimmer, Regionalvorstand der bayme vbm Region Niederbayern.

Besorgniserregend sind die weiter im negativen Bereich liegenden inländischen Beschäftigungspläne der niederbayerischen Unternehmen, verdeutlichen diese doch die ernste Lage. „Knapp 13 Prozent rechnet im Inland mit einem weiter voranschreitenden Arbeitsplatzabbau. Wir müssen jetzt umsteuern und unseren Standort fit für den internationalen Wettbewerb machen. Daher fordern wir im Hinblick auf die kommende Tarifrunde den Tarifpartner auf, realistisch zu sein und die Arbeitskosten in Deutschland in den Griff zu bekommen. Es gibt nichts zu verteilen“, so Wimmer.

Allein 2020 sind 3.000 Arbeitsplätze in der niederbayerischen M+E Industrie verloren gegangen. Die Gesamtbeschäftigung in der niederbayerischen M+E Industrie liegt derzeit bei rund 88.000. 2021 werden voraussichtlich noch weitere 2.000 Stellen verloren gehen. „Kurzarbeit, unternehmenseigene Maßnahmen, die Aussetzung der Insolvenzanmeldepflicht und staatliche Unterstützungshilfen haben einen noch schnelleren Stellenabbau verhindert“, so Wimmer.

Die Ertragslage der Unternehmen zeigt sich in der Region differenziert. Knapp 43 Prozent befürchten für das Jahr 2020 eine sehr kritische Ertragslage: 35,7 Prozent rechnen mit Verlusten, 7,1 Prozent erwarten bestenfalls eine schwarze Null. Auf der anderen Seite hofft jeder zweite Betrieb auf eine Umsatzrendite von vier Prozent oder mehr. „Die Ergebnisse werden positiv durch die Kurzarbeit beeinflusst. Reduziert diese doch die Kosten. Der Effekt ist aber nicht von Dauer“, klärt Wimmer auf.

„Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Neben den Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie müssen die Unternehmen auch politisch bedingt den Strukturwandel schneller vorantreiben. Dafür brauchen sie alle verfügbare Liquidität. Für die anstehenden Tarifverhandlungen heißt das, dass es keinen Verteilungsspielraum gibt und dass Tarifverträge flexible und individuelle Lösungen für alle Unternehmen bereithalten“, so Wimmer.


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