Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2019

Pressemitteilung

M+E Industrie aktuell im Konjunkturtal – 2019 gebremste Dynamik / Kaeser: „Zahlreiche Risikofaktoren belasten wirtschaftliche Entwicklung“

10.01.2019 - Coburg

Die oberfränkische Metall- und Elektro-Industrie steckt aktuell in einem Konjunkturtal. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Coburg vorgestellt wurde. „Die aktuelleLageeinschätzung hat sich gegenüber dem Sommer eingetrübt. Die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr werden von niedrigerem Niveau aus wieder positiver bewertet, die Dynamik bleibt aber 2019 insgesamt gebremst“, erläutert Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Oberfranken-West.

Sowohl im In- als auch im Ausland beurteilen die Firmen in Oberfranken die Geschäftslage deutlich schlechter als noch im Sommer. Das Inlandsgeschäft bewerten sie per Saldo mit +47 Prozentpunkten – ein Minus von 31 Prozentpunkten. Das Auslandsgeschäft sank um 33 Prozentpunkte auf +55 Prozentpunkte. 62 Prozent der Unternehmen erwarten keine Veränderung der eingetrübten Lage in den kommenden Monaten. Der Erwartungssaldo hat sich dennoch leicht verbessert und liegt für das Inlandsgeschäft bei +33 Prozentpunkten und für den Export bei +26 Prozentpunkten.

Die inländischen Produktionspläne der oberfränkischen M+E Unternehmen haben sich verbessert. Der entsprechende Saldo ist im Vergleich zum letzten Sommer von +12 auf +33 Prozentpunkte gestiegen. Die Investitionspläne sind hingegen eingebrochen und liegen per Saldo nur noch bei +25,5 Prozentpunkten statt bei +36 Prozentpunkten im Sommer 2018. „Wir erwarten für 2019 in Bayern lediglich einen Produktionsanstieg von 1,25 Prozent – das sind auch Nachholeffekte aus der Automobilindustrie“, so Kaeser.

Die oberfränkische M+E Industrie rechnet zum Jahresende mit gut 61.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein Allzeithoch. Bis Jahresende 2018 wurden 1.500 Arbeitsplätze neu geschaffen. Für 2019 wird ein Zuwachs von insgesamt 500 Stellen auf 62.000 Beschäftigte erwartet. „Der Jobmotor läuft noch, aber mit angezogener Handbremse. Einerseits haben die Arbeitskosten ein Niveau erreicht, das gefährlich für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ist. Andererseits ist der Fachkräftemangel weiterhin gravierend“, erläutert Kaeser. So werden über 90 Prozent der Betriebe durch Fachkräfteengpässe in ihrer Produktions- und Geschäftstätigkeit beeinträchtigt, ein Fünftel sogar erheblich. Gesucht werden vor allem Ingenieure, Informatiker, IT- und Metallfacharbeiter.

Laut bayme vbm bestehen die zahlreichen Risikofaktoren der letzten Monate weiter fort: Brexit, Dieseldebatte, Protektionismus, Fachkräftemangel und sinkende Wettbewerbsfähigkeit aufgrund steigender Lohnstückkosten. „Das sind erhebliche Unsicherheitsfaktoren für unseren Standort. Bereits über 30 Prozent unserer Unternehmen in Bayern werden durch Handelsbeschränkungen beeinträchtigt. Davon rund ein Drittel stark. Auch die Dieseldebatte muss beendet und der Automobilstandort in Bayern weiterentwickelt werden“, so Kaeser.


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