Letzte Aktualisierung: 09. Januar 2019

Pressemitteilung

Reallohnzuwachs für Beschäftigte, gestiegene Arbeitskosten für Unternehmen / Brossardt: „Lohnerhöhungen müssen bei den Beschäftigten landen und nicht beim Staat“

09.01.2019 - München

Im Jahresverlauf 2018 haben die Beschäftigten in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie einen deutlichen Reallohnzuwachs erhalten. Verantwortlich sind die Erhöhungen aus dem Tarifabschluss, der am 08. Februar 2018 in München vereinbart wurde. Für März erhielten die Beschäftigten eine Pauschale von 100 Euro und ab 01. April stiegen die Tarifentgelte um 4,3 Prozent. „Die tarifgebundenen Arbeitnehmer in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie werden für ihre Leistungen gut entlohnt. Die Entgelte liegen im Gesamtjahr 2018 um fast vier Prozent höher als im Vorjahr. Das entspricht unter Berücksichtigung der Inflation einem Reallohnplus von rund zwei Prozent“, erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.

Ende Juli 2019 werden dann erstmals das tarifliche Zusatzentgelt in Höhe von 27,5 Prozent eines Bruttomonatslohns sowie 400 Euro pauschal ausgezahlt. „Auch 2019 profitieren die Beschäftigten von einem deutlichenAnstieg der Entgelte in Höhe von 3,5 Prozent“, kommentiert Brossardt. Die Tarifentgelte in der bayerischen M+E Industrie stiegen seit 2007 um 35 Prozent, die Lohnstückkosten im gleichen Zeitraum um 27 Prozent. Dies wird sich im kommenden Jahr fortsetzen. „Die Tariflohnsteigerungen gehen für die Unternehmen an die Belastungsgrenze. Die hohen Lohnstückkosten sind Folge der stark gestiegenen Arbeitskosten und der geringen Produktivitätssteigerungen der letzten Jahre. Das schadet unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit“, mahnt Brossardt.

Der vbm kritisiert, dass den Beschäftigten der bayerischen M+E Industrie von der aktuellen Tariferhöhung netto zu wenig übrig bleibt. So bekam ein Facharbeiter in der mittleren Entgeltgruppe 5B ohne Kinder durch die letzte Tariferhöhung von 4,3 Prozent brutto monatlich 147 Euro mehr Geld. Nach Abzug der zusätzlichen Lohnsteuer (46 Euro) und der Sozialversicherungsbeiträge (30 Euro) kommen bei ihm netto aber nur 71Euro an, das ist eine Steigerung von nur 3,4 Prozent. „Es ist erschreckend, wie viel Geld den Menschen von der Lohnerhöhung durch Steuern und Sozialabgaben wieder weggenommen wird. Besonders stark betroffen sind ausgerechnet diejenigen, die mit ihrer Leistung und ihrem täglichen Einsatz das Rückgrat unserer Gesellschaft bilden“, so Brossardt.


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