Letzte Aktualisierung: 04. August 2020

Pressemitteilung

Sommer-Konjunkturumfrage in der Metall- und Elektro-Industrie in Südost-Bayern / M+E Industrie in tiefer Rezession – starker Beschäftigungsrückgang befürchtet – leichte Erholung im 2. Halbjahr erhofft

04.08.2020 - Mühldorf

Die Metall- und Elektro-Industrie in Oberbayern befindet sich in tiefer Rezession. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die die Vorstandsmitglieder der bayme Region Südost-Bayern, Dr. Peter Schöttl (SILOKING Mayer Maschinenbau GmbH), Andreas Bublak (COC AG) und Frank Eberle (ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH) heute in Mühldorf vorgestellt haben.

Die Firmen beurteilen die Geschäftslage deutlich negativer als in Vor-Corona-Zeiten. „71 Prozent der Betriebe bewerten das aktuelle Inlandsgeschäft als negativ. Im vergangenen Jahr waren es nur 4,5 Prozent. Für die Automobil- und Zulieferbranche kommt erschwerend ein grundsätzlicher Transformationsprozess hinzu, so dass praktisch alle Betriebe in diesem Sektor die Lage als schlecht einschätzen“, sagte Schöttl. Auch das Auslandsgeschäft verspricht keine Besserung: Dieses wird von 68 Prozent der Unternehmen als negativ bewertet, nur knapp sieben Prozent sind zufrieden.

„Zwar hoffen wir ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau auf eine leichte Erholung im zweiten Halbjahr. Die Produktionspläne sind per Saldo zwar aufwärtsgerichtet, das zweite Halbjahr wird aber nicht ausreichen, um den Einbruch in der ersten Jahreshälfte auszugleichen. Das Jahr 2020 ist für die Metall- und Elektroindustrie in der Region ein verlorenes Jahr. Unsere Unternehmen bewerten die aktuelle Lage ähnlich schlecht wie im Sommer 2009 während der Finanz- und Wirtschaftskrise“, sagte Eberle. Bublak ergänzte: „Dank des Instruments der Kurzarbeit, unternehmenseigenen Maßnahmen sowie anderen staatlichen Unterstützungsprogrammen konnten bislang viele Stellen gesichert werden. Wir rechnen dennoch mit dem Verlust von 9.000 Stellen in der M+E-Industrie allein in Oberbayern im Jahr 2020. Wir gehen auch nicht davon aus, dass der Beschäftigungsrückgang im kommenden Jahr zu Ende sein wird. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen verdeutlichen den Ernst der Lage: 54 Prozent der Betriebe rechnen mit einem Stellenabbau in der Region.“

Die regionalen Vorstandsmitglieder von bayme vbm bescheinigten der bayerischen und deutschen Politik, die Unternehmen schnell, pragmatisch und zielgerichtet unterstützt zu haben. „Doch für die mittel- und langfristige Krisenbewältigung sind umfassende Unterstützungsmaßnahmen, wie eine Verlängerung der Kurzarbeiterregelung bis zum Ende des nächsten Jahres, ein verstärkter Bürokratieabbau sowie ein Verzicht auf neue Belastungen wie beispielsweise das Sorgfaltspflichtengesetz, zwingend notwendig. Vom Tarifpartner erwarten wir eine verantwortungsvolle Berücksichtigung dieser konjunkturellen Situation im Hinblick auf das Auslaufen des Tarifvertrages Ende 2020“, kommentierte Schöttl.


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