Letzte Aktualisierung: 03. August 2017

Pressemitteilung

Top-Lage und gute Erwartungen trotz unsicheren Umfelds / Anton Klaus Kathrein: „Zukunftsperspektiven nicht verspielen“

03.08.2017 - Rosenheim

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie in Südost-Bayern zeigt sich in guter und robuster Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeit-geberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Rosenheim vorgestellt wurde.

„Über die Hälfte der Betriebe bezeichnet das Inlandsgeschäft als gut. Bezogen auf das Auslands-
geschäft
kommen 44 Prozent der Firmen zu einem positiven Urteil, die Zahl der Unzufriedenen ist sehr gering“, so Anton Klaus Kathrein, Vorsitzender der bayme vbm Region Südost-Bayern.

Auch für die kommenden Monate sind die Unternehmen zuversichtlich. 80 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass die Geschäftsentwicklung im In- und Ausland so weitergeht wie zuletzt, 10 Prozent rechnen sogar mit noch besseren Ergebnissen.

Die Produktionspläne der M+E Unternehmen in der Region sind aufwärts gerichtet. 20 Prozent der Firmen wollen den Output erhöhen, zehn Prozent müssen die Produktion zurückfahren. Bei den Investitionen sind die Unternehmen sogar noch optimistischer. Mit einem Anteil von 29 Prozent stehen Rationalisierungen erster Stelle, jeweils ein Fünftel der geplanten Investitionen entfällt auf Erweiterungs-
maßnahmen
und Innovationen. „Die Schere zwischen den ausländischen und inländischen Produktions- und Investitionsplänen der M+E Unternehmen hat sich leicht geschlossen, an den Auslandsstandorten bleiben sie aber deutlich expansiver“, sagte Kathrein.

Viele M+E Unternehmen in der Region wollen auch in den kommenden Monaten weitere Arbeitsplätze schaffen. 35 Prozent der Unternehmen wollen zusätzliche Jobs anbieten, gleichzeitig befürchten aber 45 Prozent, Stellen abbauen zu müssen. Kathrein geht dennoch von einem moderaten Beschäftigungsaufbau in der Region aus: „Der Aufbau wird volumenmäßig größer ausfallen als der Abbau.“ Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie 835.000 Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 25 Jahren. Im weiteren Jahresverlauf erwarten bayme vbm einen Zuwachs um zusätzliche rund 9.000 Arbeitsplätze. „Zum Jahresende rechnen wir mit 844.000 Beschäftigten. In Oberbayern werden im Jahresschnitt 2017 rund 247.000 Personen eine Beschäftigung in der M+E-Industrie haben“, so Kathrein.

Kathrein zeigte sich dennoch besorgt: „Die positiven Entwicklungen bei den Unternehmen sind Ausdruck der hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Um diese dauerhaft zu erhalten, müssen sowohl der Gesetzgeber als auch die Tarifparteien die Unternehmen mit den richtigen Rahmenbedingungen unterstützen. Der entscheidende Faktor, um die Zukunftsperspektiven im Blick zu behalten und mittelfristig nicht zu verspielen, ist Flexibilität.“ Damit sind insbesondere die nicht mehr zeitgemäßen gesetzlichen Arbeitszeitregelungen gemeint. Diese bilden aktuelle Entwicklungen bei neuen Produktionsabläufen und mobilem Arbeiten nicht ab. „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, dieses flexibler zu verteilen“, erklärte Kathrein und fügte hinzu: „Die Unternehmen brauchen verlässliche und flexible Rahmenbedingungen, damit sie im internationalen Wettbewerb bestehen können.“


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