Letzte Aktualisierung: 01. August 2017

Pressemitteilung

Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie: Top-Lage und gute Erwartungen trotz unsicheren Umfelds / Dieter Faust: „Zukunftsperspektiven nicht verspielen“

01.08.2017 - Weilheim

Die Konjunktur in der Metall- und Elektro-Industrie im Oberland zeigt sich in guter und robuster Verfassung. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen in der Region, die heute in Weilheim vorgestellt wurde. Die Unternehmen stufen die aktuelle Lage mehrheitlich als gut ein. Auch die Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr sind trotz des anhaltend unsicheren globalen Umfelds gut.

„Über drei Viertel der Betriebe bezeichnen das Inlandsgeschäft als gut, nur zwei Prozent kommen zu einer negativen Einschätzung. Bezogen auf das Auslandsgeschäft kommen knapp zwei Drittel der Firmen zu einem positiven Urteil, zwei Prozent zu einem negativen“, so Dieter Faust, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberland.

Auch für die kommenden Monate sind die Unternehmen zuversichtlich. Fast 27 Prozent hoffen im Inland auf eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung, neun Prozent befürchten eine Eintrübung. Beim Export setzt jeder vierte Betrieb auf eine Verbesserung, zwölf Prozent rechnen mit einer Eintrübung.

Die Produktionspläne der M+E Unternehmen in der Region sind aufwärts gerichtet. 37,5 Prozent der Firmen wollen den Output erhöhen, neun Prozent müssen die Produktion zurückfahren. Die Investitionen wollen knapp 29 Prozent der Firmen steigern, nur knapp zwei Prozent wollen sie kürzen. Mit 29 Prozent entfällt der größte Teil auf Innovationen. Erweiterungsmaßnahmen machen 25 Prozent aus, auf Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungen entfallen jeweils rund 17 Prozent. „Die Schere zwischen den ausländischen und inländischen Produktions- und Investitionsplänen der bayerischen M+E Unternehmen hat sich leicht geschlossen, an den Auslandsstandorten bleiben sie aber deutlich expansiver“, sagte Faust.

Der Beschäftigungsanstieg in der M+E Industrie der Region wird sich fortsetzen. 43 Prozent der Unternehmen wollen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, sieben Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Aktuell sind in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie 835.000Stammarbeitskräfte beschäftigt, das ist der höchste Stand seit mehr als 25 Jahren. Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir einen Zuwachs um zusätzliche rund 9.000 Arbeitsplätze. Zum Jahresende rechnen wir mit 844.000 Beschäftigten. In Oberbayern werden im Jahresschnitt 2017 rund 247.000 Personen eine Beschäftigung in der M+E-Industrie haben“, so Faust.

Faust zeigte sich dennoch besorgt: „Die positiven Entwicklungen bei den Unternehmen sind Ausdruck der hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Um diese dauerhaft zu erhalten, müssen sowohl der Gesetzgeber als auch die Tarifparteien die Unternehmen mit den richtigen Rahmenbedingungen unterstützen. Der entscheidende Faktor, um die Zukunftsperspektiven im Blick zu behalten und mittelfristig nicht zu verspielen, ist Flexibilität.“ Damit sind insbesondere die nicht mehr zeitgemäßen gesetzlichen Arbeitszeitregelungen gemeint. Diese bilden aktuelle Entwicklungen bei neuen Produktionsabläufen und mobilem Arbeiten nicht ab. „Es geht nicht um eine Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die Möglichkeit, dieses flexibler zu verteilen“, erklärte Faust und fügte hinzu: „Die Unternehmen brauchen verlässliche und flexible Rahmenbedingungen, damit sie im internationalen Wettbewerb bestehen können.“


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