Letzte Aktualisierung: 17. April 2019

Pressemitteilung

USA bei Energie und Arbeitsmarkt-Regulierung im Vorteil / Brossardt: „Verschleppte Energiewende wird bei uns zur Wettbewerbsbelastung“

17.04.2019 - München

Die USA sind sowohl für Deutschland als auch für Bayern der wichtigste Exportmarkt. Bezogen auf M+E Produkte werden deutschlandweit 10,1 Prozent aller Ausfuhren in die Vereinigten Staaten von Amerika geliefert, aus dem Freistaat sind es 13,3 Prozent. Durch die engen Außenhandelsverflechtungen besteht auch ein reger Standortwettbewerb zwischen beiden Ländern. „Deutschland und Bayern haben eine starke M+E Industrie, aber wir verlieren zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Die USA haben hingegen deutliche Vorteile bei den Energiekosten und bei den geringeren Regulierungen am Arbeitsmarkt“, kommentiert Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm.

Der Wettbewerbsnachteil ergibt sich aus einer Studie, die bayme vbm bei ihrem Dachverband Gesamtmetall initiiert haben. Sie untersucht, wie sich die Standortbedingungen für die deutsche M+E Industrie im internationalen Vergleich entwickelt haben. Für die USA zeigt sich, dass die Energiekosten zu den eindeutigen Wettbewerbsvorteilen gehören. Die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise sind die niedrigsten der 13 betrachteten Länder, in Deutschland sind es hingegen die zweithöchsten. „Wir manövrieren uns im direkten Vergleich mit den USA zusehends ins Abseits. Die verschleppte Energiewende lässt die Strompreise hierzulande immer weiter steigen und wird zunehmend zur Wettbewerbsbelastung. Die Konkurrenzfähigkeit unserer Unternehmen leidet aufgrund politischen Versagens“, betont Brossardt.

Laut Studie bestehen auch deutliche Nachteile für Deutschland bei der Regulierung des Arbeitsmarktes, insbesondere bei Kündigungsschutz und Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit und Befristungen. „Die USA haben einen flexiblen Arbeitsmarkt, Unternehmen können dadurch gut auf Auftragsspitzen oder eine einbrechende Nachfrage reagieren. Insbesondere bei Zeitarbeit und Befristungen hat unser Standort echte Wettbewerbsnachteile. Dabei sind diese ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument: Erleichtern sie doch Einstellungen, wenn der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften im Betrieb zeitlich begrenzt oder aus wirtschaftlichen Gründen unsicher ist“, so Brossardt.

„Die Studie zeigt klar, wo wir ansetzen müssen, damit unsere Unternehmen auch weiter auf den globalen Märkten erfolgreich sein können“, so Brossardt.


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