Letzte Aktualisierung: 27. März 2017

Pressemitteilung

Unternehmer und Beschäftigte fordern flexible Arbeitszeit / Brossardt: „Aktuelle Gesetzeslage nicht mehr zeitgemäß“

27.03.2017 - München

Die aktuellen Regelungen zur Arbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß. Dies ergibt eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elek­tro-Industrie e. V. und Mitarbeitern der bayerischen M+E Industrie. „Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer empfinden die aktuelle Gesetzeslage als zu unflexibel“, erläutert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.
86 Prozent der Unternehmen und 76 Prozent der Arbeitnehmer befürworten die Aufhebung der tagesbezogenen Zehn-Stunden-Grenze“, erklärte Brossardt und fügte hinzu: „Eine Aufhebung führt nicht zu einer Erhöhung des individuellen wöchentlichen Arbeitszeitvolumens, sondern zu mehr Flexibilität für beide Seiten bei der wöchentlichen Verteilung der Arbeitszeit.“

Die betriebliche Wirklichkeit ist bei der Gestaltung der Arbeitszeit bereits deutlich flexibler. So können rund 82 Prozent der bayerischen M+E Arbeitnehmer ihre tägliche Arbeitszeit kurzfristig verlängern oder verkürzen, also im Rahmen des betrieblich und gesetzlich Möglichen an ihre privaten Bedürfnisse anpassen.

Die im Arbeitszeitgesetz festgelegte tägliche Höchstarbeitszeit von zehn Stunden schöpft nicht die Möglichkeiten der europäischen Arbeitszeitrichtlinie aus“, erläutert Brossardt. Diese schreibt eine regelmäßige Wochenhöchstarbeitszeit von 48 Stunden vor – und lässt die Verteilung auf die Tage offen. „Sowohl die tagesbezogene Zehn-Stunden-Grenze als auch die Ruhezeitregelung von elf Stunden müssen nachjustiert werden. Insbesondere kurze Unterbrechungen, etwa durch ein abendliches Telefonat, müssen möglich sein, ohne dass der Beginn der Ruhephase sofort von vorne beginnt“, findet Brossardt. Die Umfrage untermauert dies: 46 Prozent der Arbeitnehmer sind in Ausnahmefällen nach Feierabend erreichbar, weitere 18 Prozent bieten dies aus eigenem Antrieb an.

Die Umfrage hat außerdem ergeben, dass 65 Prozent der Beschäftigten der M+E Industrie bei der Wahl zwischen höherem Entgelt und einem Mehr an Selbstbestimmung sich für ein höheres Entgelt entscheiden.

„Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind sich einig, dass das Arbeitszeitregelungen an die aktuellen betrieblichen und individuellen Bedürfnisse angepasst werden sollten – da ist nun der Gesetzgeber gefordert“, betont Bertram Brossardt.


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