Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2020

Pressemitteilung

Wege aus der Corona-Krise – vbw diskutiert mit Wissenschaft und Politik / Dereschkewitz: „Innovation ist das beste Heilmittel gegen Krise und Rezession“

15.10.2020 - Bad Staffelstein

Bei der digitalen Kooperationsveranstaltung „Perspektive Oberfranken“ zwischen der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der Frankenpost / Neue Presse wies Clemens Dereschkewitz, Vorstandsmitglied der vbw Bezirksgruppe Oberfranken, auf die gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hin: „Bayern ist aufgrund seines hohen Industrieanteils besonders stark betroffen. Es gibt zwar Anzeichen für eine allmähliche Erholung, aber eine Rückkehr zum Vorkrisenniveau bei der Industrieproduktion ist nicht vor dem Jahr 2022 zu erwarten.“

Moderiert wurde die Veranstaltung von Marcel Auermann, Gesamtchefredakteur der Frankenpost und Matthias Will, Leiter der Wirtschaftsredaktion von Frankenpost und Neuer Presse. Auermann betonte: „Die Corona-Krise wirkt wie ein Brennglas – das wird oft lapidar dahingesagt. Doch in der Wirtschaft zeigt sich tatsächlich, dass sich einige Firmen und Unternehmen neu aufstellen müssen, dass es kein Weiter-so geben kann, ja einige vielleicht sogar einen Paradigmenwechsel anstreben müssen, um erfolgreich zu bleiben oder wieder zu werden. Deshalb ist es wichtig, mit hochkarätigen Vertretern aus der Wissenschaft und Politik offen und ehrlich über die Neuausrichtung für die Zukunft zu diskutieren.“

vbw Vorstandsmitglied Dereschkewitz lobte das Agieren der Politik in der Corona-Krise: „Die Bundesregierung und die bayerische Staatsregierung haben in der Corona-Krise gute Maßnahmen getroffen, um die Wirtschaft zu stützen. Ich denke dabei an die Verbesserungen bei der Kurzarbeit, die jetzt richtigerweise bis Ende 2021 verlängert worden sind sowie an das Konjunkturpaket der Großen Koalition“, sagte Dereschkewitz und ergänzte: „Jetzt darf in Berlin aber nicht zur alten Agenda zurückgekehrt werden. Die Wirtschaft befindet sich immer noch in der Krise. Bürokratietreibende Gesetzesvorhaben wie das Recht auf Mobile Arbeit oder das Sorgfaltspflichtengesetz passen nicht in die Zeit.“

Dr. Hans-Peter Friedrich, MdB und Vizepräsident des Deutschen Bundestages, sagte: „Mit dem von der Koalition beschlossenen Zukunftsprogramm mit den Schwerpunkten Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Technologien sind wir auf dem richtigen Weg. Wir kommen aber nur dann gestärkt aus der Krise, wenn wir den Unternehmen auch die finanziellen und rechtlichen Freiräume für Investitionen und Strukturveränderungen lassen. Solange die Auswirkungen der Krise noch nicht absehbar sind, darf es keine neuen Belastungen für unsere Wirtschaft geben.“

Gastredner Prof. Dr. Christoph Kaserer, Inhaber des Lehrstuhls Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Universität München, stellte fest: „Ein halbes Jahr nach dem Corona-Lockdown sehen wir die ökonomischen Konsequenzen deutlich klarer. Der wirtschaftliche Einbruch wird zwar heftig, aber dennoch weniger dramatisch ausfallen, als er im Frühjahr noch prognostiziert wurde. Dies ist auch ein Verdienst des beherzten Eingreifens der Politik, die in vielen Ländern fiskalpolitische Programme in historischer Größenordnung auf den Weg gebracht hat.“

Die positiven Prognosen für das kommende Jahr sieht Kaserer durch die Kursentwicklung an den Aktienmärkten bestätigt, betont aber: „Hier ist stark nach Sektoren zu differenzieren. Aus deutscher Sicht stellt insbesondere der von Corona völlig losgelöste Strukturwandel in der Automobilbranche, aber auch in anderen Bereichen des Maschinenbaus, ein großes Risiko dar. Zudem ist mit negativen Langzeitfolgen für die Luftfahrtbranche zu rechnen.“


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Evi Moder

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-376
Evi Moder
nach oben