Letzte Aktualisierung: 10. April 2013

Pressemitteilung

bayme vbm: Schwächere Nachfrage aus Europa durch Exporte in die Schwellenländer ausgleichen

01.03.2013 - Würzburg

Angesichts der Wachstumsschwäche in Europa muss die bayerische Metall- und Elektroindustrie bei ihren Auslandsaktivitäten verstärkt auf die Schwellenländer setzen. Das betonten die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber bayme vbm im Rahmen eines Pressegesprächs in Würzburg.

Ingrid Hunger, Vorsitzende der bayme vbm Region Main und Spessart: „Obwohl in den letzten Jahren der Anteil der bayerischen M+E-Exporte in die Schwellenländer rasant zugenommen hat, geht immer noch fast die Hälfte der bayerischen M+E-Ausfuhren in die Europäische Union – eine Region mit geringer Nachfragedynamik. Es ist für die bayerische M+E-Industrie essenziell, durch einen Ausbau der Ausfuhren in die dynamisch wachsenden Länder außerhalb Europas die Exportrückgänge in das wirtschaftlich schwächelnde Europa abzufedern.“

Für Helge Bender, Geschäftsführer des Automobilzulieferers Waldaschaff Automotive GmbH, ist die zunehmende Orientierung in Richtung Schwellenländer nicht nur eine Chance, sondern sogar ein absolutes Muss: „Die Automärkte in Europa sind mehr oder weniger gesättigt, das Wachstum findet in den Emerging Markets statt. Wer in unserer Branche diesen Umschwung nicht mitmacht, hat auf Dauer kaum eine Überlebenschance. Dabei reicht es nicht aus, die Märkte außerhalb Europas ausschließlich durch Exporte von Deutschland aus zu bedienen. Da unsere Kunden vermehrt in den Schwellenländern produzieren, müssen auch wir mit Produktionsstädten vor Ort sein. Zur Zeit gehen unsere Überlegungen dahin, unsere heute im Konzern weltweit befindlichen Logistik-Niederlassungen auch als Produktionsstandorte zu nutzen. Damit im Rahmen dieser Entwicklung möglichst viel Wertschöpfung in Deutschland gehalten werden kann, brauchen wir hier möglichst gute Rahmenbedingungen. Um international konkurrenzfähig zu bleiben, müssen wir insbesondere auf die Kosten achten. Wir brauchen hierzulande eine maßvolle Lohnentwicklung und eine Begrenzung des Energiekostenanstiegs.“

Ingrid Hunger: "In Zeiten sinkender Inlands- bzw. Europanachfrage wird der Export in andere Länder für unser Unternehmen immer wichtiger. Unser Exportanteil liegt bei über 80 Prozent. Während früher der Fokus auf China gerichtet war, haben sich die Märkte verschoben. USA, Russland, Südamerika und Norwegen sind jetzt wichtig für uns. Um gegen die Billigprodukte aus Asien bestehen zu können, sind vor allem Engineering, hohe Qualität und eine hervorragende Kundenbetreuung unerlässlich."

Damit sich die bayerische M+E-Industrie auch künftig auf den Weltmärkten behaupten kann, fordert Hunger Rahmenbedingungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken. „Dazu gehören insbesondere maßvolle Tarifabschlüsse. Wichtig ist zudem eine hohe Flexibilität beim Einsatz von Personal. Diese darf nicht eingeschränkt werden. Zeitkonten, befristete Arbeitsverhältnisse, Zeitarbeit und Werkverträge sind wichtige Instrumente, damit die Unternehmen flexibel agieren können.“


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