Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2020

Pressemitteilung

bayme vbm fordert Partnerschafts-, Investitions- und Handelsabkommen mit UK / Brossardt: „In Zeiten der Corona-Krise hätte ein No-Deal Brexit schwerwiegende wirtschaftliche Folgen“

15.10.2020 - München

Im Rahmen der weiter stockenden Brexit-Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien warnen die bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände bayme vbm vor den negativen Folgen für die Wirtschaft. „Das Vereinigte Königreich hat als Exportmarkt für die bayerische M+E Industrie nach wie vor eine große Bedeutung. Ohne Freihandelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien drohen neue Zölle, die den Handel und den Warenverkehr weiter schwächen, bisher eng miteinander verbundene Wertschöpfungsketten gefährden und unrentabel machen“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Bedeutung des Handels

· Im Jahr 2015 – dem Jahr vor dem Referendum – summierten sich die Exporte bayerischer M+E Produkte nach UK noch auf rund 12 Milliarden Euro. Das waren 9,7 Prozent aller M+E Exporte.

· Anschließend sanken die M+E Exporte Bayerns nach UK stetig bis auf 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2019. Dies bedeutet einen Rückgang um fast 23 Prozent. 2019 machten die M+E Ausfuhren nach UK noch 7,2 Prozent aller bayerischen M+E Exporte aus, damit war UK aber immer noch der drittwichtigste Exportmarkt für die M+E Industrie Bayerns hinter den USA und China.

· Im Jahr 2020 fielen die Ausfuhren nochmals kräftig um 32,3 Prozent (Januar bis Juli), allerdings muss hier Corona als weiterer und vermutlich bedeutenderer Faktor berücksichtigt werden. Somit lag der Anteil UK’s an den bayerischen M+E Exporten nur noch bei 6,4 Prozent. Damit liegt UK nun hinter Frankreich auf Rang 4 der größten Exportmärkte für bayerische M+E Produkte.

„Die Zahlen belegen, dass uns mit Großbritannien einer unserer wichtigsten Handelspartner verloren zu gehen droht. Gerade in Zeiten, in denen die Unternehmen mit den Auswirkungen der Corona-Krise und eines massiven Wirtschaftseinbruchs zu kämpfen haben, hätte ein No-Deal Brexit zusätzliche schwerwiegende wirtschaftliche Folgen“, so Brossardt. Im Falle eines Brexits ohne Abkommen zum Jahresende erwarten laut einer bayme vbm Umfrage knapp 37 Prozent der Mitgliedsunternehmen einen Umsatzrückgang. „Aufgrund der völlig unklaren Lage in den Verhandlungen und den Auswirkungen der Corona-Pandemie war es den Unternehmen bislang nicht in vollem Umfang möglich, sich auf den Brexit vorzubereiten. Auch aus diesem Grund muss ein Brexit ohne Abkommen unbedingt vermieden werden. Die EU muss hier ein deutliches Zeichen setzen. Der Binnenmarkt darf nicht weiter gefährdet werden“, mahnt Brossardt und fordert ein umfassendes Partnerschafts-, Investitions- und Handelsabkommen.


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