Letzte Aktualisierung: 10. April 2013

Pressemitteilung

vbm kritisiert Entgelt-Empfehlung der IG Metall Bayern

20.02.2013 - München

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. hat die heute von der IG Metall Bayern empfohlene Forderung für die anstehende M+E-Tarifrunde von „nicht unter 5,5 Prozent“ mehr Entgelt als „zu hoch gegriffen“ kritisiert. vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt: „Die Konjunktur hat sich deutlich abgekühlt und 2013 ist kaum Dynamik zu erwarten. Die Produktion in der bayerischen M+E-Industrie sank im vierten Quartal 2012 um 0,9 Prozent, die Kapazitätsauslastung ging innerhalb von drei Quartalen um fünf auf 80,6 Prozent im Januar zurück. Sie liegt damit ein gutes Stück unter Normalauslastung. In der M+E-Industrie erwarten wir unterm Strich in diesem Jahr nicht mehr als eine Seitwärtsbewegung. Kaum Wachstum und mindestens 5,5 Prozent mehr Entgelt – wie soll das funktionieren?“

Brossardt betonte, dass es in der kommenden Tarifrunde vor allem um Jobsicherung gehen muss: „Der Beschäftigungsanstieg in der M+E-Industrie geht zu Ende. Viele Unternehmen passen ihre Kapazitäten durch flexible Maßnahmen wie den Abbau von Zeitkonten, weniger Zeitarbeit oder gar Kurzarbeit an die niedrigere Nachfrage an. 2012 gab es mit 4,3 Prozent die höchste Entgeltsteigerung seit 20 Jahren, sie lag deutlich über dem Verteilungsspielraum. 2013 muss das Jahr der Tarifvernunft werden.“

Zudem wies Brossardt darauf hin, dass die IG Metall nur einen Teil ihrer Forderung begründen kann: „Der nach Auffassung der IG Metall bestehende Verteilungsspielraum aus der Summe von gesamtwirtschaftlichem Produktivitätszuwachs und Preissteigerung liegt bei drei bis 3,5 Prozent. Dass die IG Metall den restlichen Teil der Forderungsempfehlung damit begründet, man müsse den Konsum ankurbeln, ist blanker Unsinn.“

Brossardt weiter: „Ursache für die Konjunkturschwäche ist nicht der Konsum, sondern die Investitionszurückhaltung. Wachstumsimpulse sind deshalb vor allem durch mehr Investitionen möglich. Notwendig ist also eine Stärkung der Investitionstätigkeit und der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Hohe Lohnsteigerungen würden genau das Gegenteil bewirken.“ Zudem bezeichnete Brossardt die Vorstellung der IG Metall, dass die Nachfrage durch kräftige Lohnsteigerungen erhöht werden kann, als „völlig falsch“: „Eine Tariflohnerhöhung von monatlich 100 Euro verursacht beim Arbeitgeber Kosten in Höhe von 128 Euro, die nicht mehr für Investitionen zur Verfügung stehen. Davon bleiben dem Arbeitnehmer nur rund 35 Euro für inländische Konsumausgaben. Der Kosteneffekt ist viermal so hoch wie der Konsumeffekt. Die Investitionen tragen aber genauso wie der Konsum zur Nachfrage bei.“


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