Letzte Aktualisierung: 19. September 2019

Pressemitteilung

vbm sieht die IG Metall in der Pflicht zum Erhalt des Flächentarifvertrags / Johannsmann: „Tarifverträge auch für unsichere Konjunktur tragfähig machen“

18.09.2019 - Würzburg

Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten im Rahmen des Tarifkongresses des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. die Anforderungen an wettbewerbsfähige Tarifverträge und die Entwicklung der Tarifbindung in Bayern. „Nach meiner festen Überzeugung stehen wir an einem Scheideweg des Tarifvertragssystems. Es stellt sich die Frage: Will die Gewerkschaft in Zukunft einen Flächentarifvertrag für weniger Unternehmen, oder will sie einen Flächentarifvertrag für die gesamte M+E Industrie? Wenn sie das Letztere will, dann muss sie dies zeigen und entsprechend handeln“, sagte Martin Johannsmann, Vorsitzender der vbm Region Main und Rhön.

Johannsmann wies darauf hin, dass der Tarifvertrag für jedes M+E-Unternehmen jeder Größe zu jeder Zeit passen muss, auch – wie aktuell – in schwierigen Zeiten: „Wir müssen die dort geführten Verhandlungen vor dem Hintergrund sehen, dass wir uns aktuell gesamtwirtschaftlich am Rande einer Rezession befinden. Nach einem Rückgang der Produktion um 0,1 Prozent im ersten Quartal 2019 fällt auch das zweite Quartal mit minus 2,3 Prozent deutlich negativ aus. Das war der fünfte Quartalsrückgang in Folge. Insgesamt lag die M+E-Produktion im 1. Halbjahr 2019 um 7,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Und es verdichten sich die Anzeichen, dass dieser Trend auch auf andere Wirtschaftszweige übergreift“, so Johannsmann. Nach Auffassung des vbm geht es bei den bevorstehenden Verhandlungen um mehr als um Entgeltsteigerung für die Arbeitnehmer.

Gleichzeitig warnte er vor einer überzogenen Entwicklung der M+E-Tarifentgelte: „Diese sind in den letzten zehn Jahren um insgesamt über 33 Prozent gestiegen. Hinzu kam das neue Tarifliche Zusatzgeld, auch bekannt als T-ZUG, inklusive der Möglichkeit für bestimmte Beschäftigtengruppen, dieses in zusätzliche freie Tage umzuwandeln. Aus Sicht der IG Metall sind das sehr moderne Regelungen, die Mehr Flexibilität schaffen. Aus Sicht der Arbeitgeber aber sind es vor allem sehr komplexe und organisatorisch belastende Bestimmungen, die Zeit, Arbeitseinsatz und Geld kosten.“

Auf ihrem anstehenden Gewerkschaftstag im Oktober, so vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt, hat die IG Metall die Chance: „Die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen, damit Beschäftigte und Unternehmen die Planungssicherheit bekommen, die beide Seiten in den Zeiten der digitalen Transformation, zunehmenden Handelskonflikten und einer sich weiter abkühlenden Konjunktur benötigen“.


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