Letzte Aktualisierung: 29. März 2022

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Fachkräftesicherung: Erweiterte Engpassanalyse veröffentlicht

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat die bereits im Mai 2021 veröffentlichte Engpassanalyse 2020 erstmalig um die spezifische Lage in den Bundesländern erweitert. Die erweiterte Analyse wurde nun veröffentlicht. Die jährliche Engpassanalyse der BA stellt dar, in welchen Berufen die Besetzung von gemeldeten Stellen in den jeweiligen Bundesländern aufgrund von Fachkräfteengpässen schwergefallen ist.

Arbeitsmarktentwicklung 2020

Die zentralen Aussagen sind:

  • Die Corona-Pandemie hat dem deutschen Arbeitsmarkt im Jahr 2020 massiv zugesetzt. Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gestiegen und die Nachfrage nach neuen Mitarbeiter*innen hat kräftig nachgelassen. Zwar gab es ab dem Sommer 2020 deutliche Erholungstendenzen, aber das erneut ansteigende Infektionsgeschehen hat zum Jahresende die Erholung merklich ausgebremst.

  • Die gemeldete Nachfrage nach neuen Mitarbeiter*innen ist zu Beginn der Corona-Krise stark gesunken, hat sich aber im Jahresverlauf auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Entsprechend haben sich die Jahreswerte im Vorjahresvergleich in erheblichem Umfang verringert. Auch das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot, das zusätzlich die Stellen erfasst, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet sind, hat den letzten verfügbaren Vorjahreswert deutlich unterschritten.

  • Rund die Hälfte der Berufsgattungen mit einem Engpass sind Berufe auf Fachkraftebene, je ein Viertel sind Spezialisten bzw. Experten: Vergleicht man die Ergebnisse nach Anforderungsniveaus untereinander, so lässt sich weiterhin feststellen, dass sich anteilig die wenigsten Engpassberufe bei den Expert*innen zeigen. So weisen 30 Prozent der Berufsgattungen auf Ebene der Fachkräfte Engpässe auf. Bei Spezialist*innen beträgt der Anteil 26 und bei Expert*innen 21 Prozent.

  • Für weitere 139 Berufsgattungen weisen die Indikatoren zwar keinen Engpass aus, jedoch stehen diese Berufe aufgrund des ermittelten Punktewertes unter Beobachtung.

  • Für 228 Berufsgattungen werden vom IAB keine Anzeichen auf Engpässe erkannt.

Engpassberufe 2020

Es zeigen sich Engpässe vor allem in der Pflege, im Bereich der medizinischen Berufe, in Bau- und Handwerksberufen und in IT-Berufen.

Die Zahl der Engpassberufe im Vergleich zum Vorjahr hat sich deutlich verringert. Insgesamt wurden 2019 für 185 Berufsgattungen Fachkräfteengpässe festgestellt. Im Jahr 2020 ist die Zahl auf 131 Berufsgattungen gesunken. Trotz der augenscheinlichen Entspannung auf dem Fachkräftemarkt, dürfte dies lediglich ein Abbild der aktuellen, Corona-Lage sein. Sobald die Pandemie unter Kontrolle gebracht worden ist, könnte bei anziehender Konjunktur der Trend knapper Fachkräfte wieder schnell massiver sichtbar werden. Hierfür sprechen vor allem die demografische Entwicklung und die 2020 quasi ausgebliebene Erhöhung des Erwerbspersonenpotentials durch Zuwanderung.

Regionale Engpassberufe 2020

Über ein leicht modifiziertes methodisches Vorgehen wurden für das Jahr 2020 auch regionale Engpassberufe ermittelt. Weitestgehend zeigen sich die bundesweiten Engpassberufe auch in den Ländern. In der neu hinzugekommenen Betrachtung sind in folgenden Bereichen in Bayern Fachkräfteengpässe zu verzeichnen: Maschinenbau, Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrttechnik, Mechatronik, Automatisierungs-, Energie und Elektrotechnik, Kranken- und Altenpflege, nicht ärztliche Therapie und Heilkunde, Human- und Zahnmedizin, Pharmazie, Hoch- und Tiefbau und Klempnerei, Sanitär und Heizung, Architekten und Bauingenieure sowie Informatik, Softwareentwicklung und Programmierung.

Hier gelangen Sie zur Website der BA und zu den detaillierten Ergebnissen der Engpassanalyse .

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Fachkräfteengpassanalyse 2020

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Veronika Gehrmann

Projekte, Arbeitsmarkt, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung

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