Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2021

Information

USA: Ein- und Ausreise deutscher Geschäftsreisender

Einreisebeschränkungen für ausländische Geschäftsreisende

Die US-Regierung hat im Zuge der Corona-Pandemie mehrere Reisebeschränkungen und erweiterte Screening-Verfahren eingeführt, die am 13. März 2020 in Kraft traten. Seitdem ist die Einreise von Ausländern ausgesetzt, die innerhalb von 14 Tagen vor ihrem Einreiseversuch in die USA in den folgenden Ländern waren:

  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland (ausgenommen Überseegebiete außerhalb Europas)
  • Republik Irland
  • 26 Länder des Schengen-Raums, also auch Deutschland
  • Islamische Republik Iran
  • Volksrepublik China ohne die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau
Selbst Reisende mit einem gültigen Nonimmigrant-Visa (Visa-Waiver oder B-1/B-2; E-1;E-2 und B-1 in Lieu of H-1B Visum), einschließlich jenen, die bereits in den USA leben und von Auslandsreisen in die USA zurückkehren, unterliegen diesen Reisebeschränkungen. Die Beschränkungen gelten sowohl für Privat- als auch für Geschäftsreisen sowie für Reisen zur Erledigung wirtschaftlicher Tätigkeiten wie Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten.

Eine Aufhebung der Einreisebeschränkungen ist aktuell nicht in Sicht.

Grundsätzlich ausgenommen sind nur US-Bürger, bestimmte Familienmitglieder von US-Bürgern und Green-Card-Inhaber. Sie müssen über ausgewählte Flughäfen einreisen und sich bis zu 14 Tage nach Einreise in häusliche Quarantäne begeben.

Aussetzung der Visa Erteilung

Am 20. März 2020 wurden alle U.S. Botschaften und Konsulate für konsularische Aktivitäten mit Ausnahme von Notvisa-Angelegenheiten bis auf weiteres geschlossen. Alle Visatermine wurden bis auf weiteres ausgesetzt.

Am 22. April 2020 unterzeichnete Präsident Trump eine Executive Order, die die Aussetzung des Green-Card-Programms für Antragsteller außerhalb der USA für 60 Tage beschließt.

Am 22. Juni 2020 verlängerte Trump den geltenden Visavergabestopp bis Ende des Jahres. Die Verfügung sieht neben der Aussetzung der Green Card-Vergabe auch die Aussetzung von verschiedenen Arbeitsvisa vor. Nicht betroffen von der Verfügung ist die ESTA-Regelung für visafreies Reisen zu touristischen und geschäftlichen Zwecken.

Laut der Proklamation sollen die Visa-Beschränkungen unter anderem auch auf Spezialberufe und firmeninterne Versetzungen ausgeweitet werden. Bis Ende des Jahres sollen weder Arbeitsvisa des Typs H-1B für Spezialisten mit Hochschulabschluss wie Wissenschaftler oder Ingenieure noch L-1-Visa für die Versetzung von Angestellten innerhalb eines Unternehmens ausgestellt werden. Betroffen sind auch das H-2B-Programm für ungelernte Arbeiter (mit Ausnahmen für die Lebensmittelbranche) sowie das J-Programm für Praktikanten.

Seit dem 20. Juli 2020 haben die Konsularabteilungen der US-Botschaft in Berlin sowie die US-Konsulate in Frankfurt und München die Bearbeitung von Anträgen für einige Nichteinwanderungsvisa wieder aufgenommen. Damit können in wichtigen Fällen technische Experten, andere Spezialisten und Manager wieder ein Visum für die USA erhalten.

Ausnahmen der Einreisebeschränkungen durch National Interest Exception (NIE)

In Einzelfällen sind Geschäftsreisen in die USA für Personen aus dem Schengen-Raum möglich. Investoren, technische Experten beziehungsweise Spezialisten sowie „Senior Level Managers“, die ein gültiges Visum, eine gültige ESTA-Reisegenehmigung besitzen oder einen Antrag auf ein Visum stellen, können Ausnahmen von den geltenden Einreisebeschränkungen im Namen des „nationalen Interesses“ (National Interest Exception) beantragen.

Dafür müssen der Bewerbers eine hochrangige Position innerhalb des antragstellenden Unternehmens haben und das Unternehmen in einem zur kritischen Infrastruktur gehörenden Sektor tätig sein (Chemie, Kommunikation, Staudämme, Verteidigungsindustrie, Notfalldienste, Energie, Finanzdienstleistungen, Nahrungsmittel und Landwirtschaft, Regierungseinrichtungen, Gesundheitswesen und öffentliche Gesundheit, Informationstechnologie, Kernreaktoren, Transport und Wassersysteme).

Auch wenn die Reise die wirtschaftliche Erholung der USA von der Covid-Krise begünstigt, kann eine NIE gewährt werden. Dies kann beispielsweise bei technischen Spezialisten der Fall sein, die eine Maschine in den USA warten oder in Betrieb nehmen müssen und so US-Arbeitsplätze sichern.

Beantragung der National Interest Exception

Geschäftsreisende und Investoren, die über ein gültiges Visum verfügen, eine ESTA-Genehmigung haben oder die ein Visum oder ein ESTA beantragen möchten und glauben, dass sie möglicherweise für eine NIE in Frage kommen, sollten sich vor ihrer Reise mit der US-Botschaft oder dem örtlichen US-Konsulat in Verbindung setzen. Wenn eine NIE genehmigt wird, können sie je nach Fall mit einem gültigen Visum oder einer ESTA-Genehmigung reisen.

Die Bewerbung für eine NIE erfolgt via E-Mail bei der US-Botschaft oder dem US-Konsulat, bei der oder dem auch das Visa beantragt wurde (Frankfurt: frankfurtvisainquiries@state.gov ; München: ConsMunich@state.gov). Sie kann auch gleichzeitig mit dem Visumsantrag eingereicht werden. Notwendige Dokumente für die Bewerbung sind eine Kopie des Visums oder des ESTA, ein Brief des Unternehmens mit einer Beschreibung der Position innerhalb des Unternehmens und des Grunds der Reise und ein Brief eines US-Unternehmens (beispielsweise der amerikanischen Tochtergesellschaft) die den Mehrwert der Reise für das US-Unternehmen darlegt.

Die Bewerbung für eine NIE sollte vor Buchen eines Fluges und 14 Tage vor dem geplanten Abflug in die USA erfolgen, da die Bearbeitungszeit zwischen fünf bis acht Arbeitstagen beträgt. Sobald die NIE genehmigt wurde, ist sie für 30 Tage gültig.

Negativer Corona-Test bei Einreise erforderlich

Für Flüge in die USA ist ab dem 26. Januar 2021 vor der Abreise der Nachweis eines negativen Corona-Tests nötig. Der PCR-Test muss in den drei Tagen vor der Abreise erfolgt sein. Falls ein Passagier kein negatives Testergebnis oder eine überstandene Covid-Infektion nachweisen kann, muss die Fluggesellschaft das Boarding verweigern.

Ausreise deutscher Geschäftsreisender aus den USA

Beschränkungen für die Ausreise aus den USA bestehen nicht. Deutsche Reisende mit Visa Waiver, die aufgrund der Corona-Krise nicht ausreisen können und denen deshalb ein Ablauf ihrer erteilten Aufenthaltsdauer von maximal 90 Tagen droht, können nach einer Kulanzregelung der Customs and Border Protection (CBP) einen „Satisfactory Departure Status“ beantragen. Gründe für eine solche Kulanzregelung bestehen, wenn beispielsweise Rückflüge gecancelt oder ein stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus nötig wurde. Ein Satisfactory Departure Status gewährt dem Inhaber einen verlängerten Aufenthalt von bis zu 30 Tagen in den USA.

Reisende, die mit dem Flugzeug in die USA kamen, müssen sich bei dem lokalen United States Citizenship and Immigration Services (USCIS) Contact Center ihres Einreiseflughafens melden, um einen Satisfactory Departure Status zu beantragen.

Inhaber anderer Visakategorien sollten nach Möglichkeit eine Verlängerung ihres Aufenthaltsstatus beantragen oder – wenn eine Verlängerung nicht möglich ist – in einen anderen Status wechseln, damit sie sich nicht unrechtmäßig in den USA aufhalten.

Ergänzender Hinweis: Einreise nach Deutschland

Am 06. April 2020 wurde im deutschen Bundeskabinett beschlossen, dass Personen, die aus den USA nach Deutschland einreisen, sich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Nähere Informationen finden Sie hier.


Drucken
Kontakt
Kontakt

Janina Steinle

Außenwirtschaft

+49 (0)89-551 78 91-482
Nach oben