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Autor*in des Beitrags

Sarah Schmoll

Integration von Geflüchteten, MINT-Talentförderung, Projekte

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Ausbildung + PE | Information | 12/22

MINT-Herbstreport 2022: In Deutschland fehlen mehr als 320.000 MINT-Arbeitskräfte

Der MINT-Herbstreport wird zwei Mal im Jahr vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt und beinhaltet die wichtigsten Entwicklungen im Bereich MINT-Fachkräftesicherung. Die Studie zeigt, dass die MINT-Arbeitskräftelücke im Oktober 2022 bundesweit bei 326.100 Personen lag. Aktuell bestehen in den MINT-Facharbeiterberufen (154.400) und in den MINT-Expertenberufen (137.500) die größten Engpässe. Der Bedarf nach Personal ist besonders in den IT-Berufen sowie den Berufen der Energie- und Elektrotechnik zuletzt stark gestiegen. Im Baubereich nehmen Engpässe aufgrund der ökonomisch unsicheren Lage wieder leicht ab.

Demographischer Ersatzbedarf

Insgesamt nimmt der jährliche Ersatzbedarf aufgrund der demographischen Entwicklung in MINT-Berufen in den nächsten fünf Jahren um 25.300 Personen zu. Zusätzlich werden in den kommenden Jahren über 64.700 MINT-Akademiker*innen jährlich aus Altersgründen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. In Anbetracht dessen ist vor allem auch die sinkende Zahl der Studienanfänger*innen in den MINT-Fächern besorgniserregend. So ist seit 2017 die Zahl der Personen, die ein MINT-Studium begonnen haben, um rund 13 Prozent gesunken.

Frauen: Leichte Zuwächse zu MINT-Fachkräftesicherung

Der Anteil der Frauen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in MINT-Berufen ist vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2022 von 13,8 Prozent auf 15,8 Prozent gestiegen. Am höchsten sind im ersten Quartal 2022 die Frauenanteile in den Biologen- und Chemikerberufen mit 46,3 Prozent.

Zuwanderung

Der Fachkräftesicherungsbeitrag durch ausländische MINT-Arbeitskräfte beträgt 340.000 Personen. Ohne dieses Beschäftigungswachstum würden im MINT-Bereich heute knapp 670.000 Beschäftigte fehlen.

Handlungsempfehlungen

Die Autoren betonen insbesondere die Relevanz einer frühzeitigen Förderung im Bildungswesen und einer effektiven Berufsorientierung, um mehr junge Menschen für den MINT-Bereich zu begeistern. Auch die digitale Ausstattung in Schulen muss weiter ausgebaut und die MINT-Kompetenzen flächendeckend gefördert werden. Zudem sollten die Potenziale von Frauen und zugewanderten Menschen noch stärker gehoben werden.

Das Engagement der Verbände

Die Förderung der MINT-Bildung an Schulen und in außerschulischen Einrichtungen steht seit Jahren als wichtiger Bestandteil auf unserer bildungspolitischen Agenda. Mit unseren Modellprojekten leisten wir einen konkreten Beitrag zur Fachkräftesicherung. Vor allem unsere Angebote für Mädchen, wie beispielsweise die Girls’Day Akademien, fördern gezielt den Nachwuchs für die MINT-Berufe. Weitere Projekte zur Förderung der MINT-Bildung sind unter anderem MINT21, MINT-EC und Technik Zukunft in Bayern 4.0.