Letzte Aktualisierung: 06. Juli 2020

Information

Kurzarbeitergeld: Abrechnungsfristen nicht verpassen

Unternehmen haben gesetzlich rückwirkend maximal drei Monate Zeit, angezeigte, genehmigte und dann realisierte Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit geltend zu machen und die Erstattung ausgezahlten Kurzarbeitergeldes (KuG) zu beantragen. Ende Juni lief damit die Frist für März aus, dem Monat, in dem die Pandemie die deutsche Wirtschaft erstmals hart getroffen hat. Achtung: Spätestens Ende Juli müssen die Ansprüche für April eingegangen sein, im August für Mai und analog in den folgenden Monaten.

Keine KuG-Erstattung nach Ablauf der Dreimonatsfrist

Entscheidend ist das Eingangsdatum der Unterlagen bei der für die Abrechnung zuständigen Agentur für Arbeit. Es handelt sich dabei um eine Ausschlussfrist. Anträge, die später eingehen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Die zuständige Agentur kann dann kein KuG mehr erstatten. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) weist deshalb ausdrücklich auf die Dreimonatsfrist hin, weil rund 90 Prozent der Unternehmen und Lohnbüros diesem Verfahren zum ersten Mal begegnen und daher wenig Erfahrung haben. Wichtig: Unternehmen rechnen mit der Agentur für Arbeit ab, nachdem sie das Geld an ihre Beschäftigten ausgezahlt haben. Die bei der Agentur eingereichten Unterlagen weisen das KuG einschließlich der Sozialversicherungsbeiträge aus. Wertvolle Hilfestellung bei der Beantragung von KuG erhalten Sie auch in unseren Video-Tutorials zur Kurzarbeit .

10-Prozent-Regelung für jeden Abrechnungsmonat

Das sogenannte „Quorum“ gilt weiterhin für jeden einzenen Abrechnungsmonat: Mindestens zehn Prozent der Mitarbeiter*innen müssen mindestens zehn Prozent Arbeits- und damit Entgeltausfall gehabt haben. Sollte sich die Auftragslage verbessern und diese Quote in einem Monat nicht erfüllt sein, ist keine KuG-Erstattung möglich und somit für diesen Monat kein Erstattungsantrag bei der Agentur für Arbeit erforderlich.

Umdeutung der Anzeige vom Unternehmen auf Betriebsabteilungen

Wenn sich in Ihrem Unternehmen seit der ursprünglichen Kurzarbeitsanzeige der Arbeitsausfall unterschiedlich gestaltet hat und das Quorum nicht mehr erfüllt werden konnte, ist eine Umdeutung der Anzeige sinnvoll, sodass die Betrachtung des Arbeitsausfalls vom Unternehmen auf die Betriebsabteilungen heruntergebrochen wird. Die BA hat Corona-bedingt eine Regelung für die Umdeutung getroffen. Abzustimmen ist das Verfahren mit der zuständigen Agentur für Arbeit.

Praktische digitale Services für das Antragsverfahren

Arbeitgeber haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Erstattungsanträge für das KuG an die zuständige Agentur für Arbeit zu senden: Entweder bequem über die Kurzarbeit-App, einfach als Scan aller Dokumente per Handy und als hochgeladenes PDF oder als Bilddatei. Die App findet man im Google Play Store oder im App-Store, die Dokumente können aber auch direkt online auf der Website hochgeladen werden: www.arbeitsagentur.de/kurzarbeitergeld-dokumente-hochladen .


Drucken
Ansprechpartner
Ansprechpartner

Dr. Markus Meyer

Arbeitsmarktpolitik, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung, Fachkräftesicherung, Vereinbarkeit Familie und Beruf, gesund me, BGM/BGF

+49 (0)89-551 78-214
Markus Meyer
nach oben