Letzte Aktualisierung: 06. August 2019

Information

Rechtliche Hinweise zu Ferienjobs von Schülern

Bei einer Ferienbeschäftigung von Schülern kommt es regelmäßig zu einem Arbeitsverhältnis mit dem einstellenden Unternehmen.

Beschäftigung von Kindern (unter 15 Jahre)

Die Beschäftigung von Kindern ist verboten. Dies gilt nicht für Beschäftigungen zum Zweck der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, im Rahmen des Betriebspraktikums während der Vollzeitschulpflicht oder in Erfüllung einer richterlichen Weisung. Das Beschäftigungsverbot gilt ferner nicht für Kinder über 13 Jahren mit Einwilligung des Personensorgeberechtigten, soweit die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist. Die Kinder dürfen nicht mehr als zwei Stunden täglich, nicht zwischen 18 und 8 Uhr, nicht vor dem Schulunterricht und nicht während des Schulunterrichts beschäftigt werden.

Jugendliche (15, aber noch nicht 18 Jahre alt)

Jugendliche, die der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen während der Schulferien für höchstens vier Wochen im Kalenderjahr beschäftigt werden. Jugendliche, die nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegen, dürfen bis zu acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden. Für die Teilnahme am Berufsschulunterricht hat der Arbeitgeber den Jugendlichen freizustellen.

Arbeitsverträge mit Minderjährigen können nur mit Einwilligung oder allgemeiner Ermächtigung der gesetzlichen Vertreter (also in der Regel beider Elternteile) wirksam geschlossen werden. Sie sollten entweder von den Eltern unterzeichnet werden oder der Minderjährige sollte eine Erklärung der Eltern übergeben, nach der er zur Eingehung eines (Ferien-)arbeitsverhältnisses ermächtigt ist.

Befristung

Eine Befristung von Arbeitsverhältnissen ist besonders in den Fällen der Ferienarbeit von Schülern zu empfehlen. Befristungsvereinbarungen müssen schriftlich geschlossen werden, ansonsten gilt der Arbeitsvertrag als auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Arbeitsrechtliche Regelungen

Auf das Arbeitsverhältnis sind im Übrigen die allgemeinen arbeitsrechtlichen Regelungen anzuwenden. So kann das Entgelt in angemessenem Rahmen frei vereinbart werden, es sei denn die Aushilfskraft ist tarifgebunden oder die Anwendung der Tarifverträge ist auch für Aushilfskräfte im Betrieb üblich oder im einzelnen Arbeitsvertrag vereinbart.

Auch Aushilfskräfte haben Anspruch auf Urlaub, der sich nach dem Bundesurlaubsgesetz beziehungsweise bei Tarifgeltung nach den entsprechenden tariflichen Bestimmungen richtet. Da Ferienarbeiter die sechsmonatige Wartezeit für den Urlaub nicht erfüllen, können sie den Urlaub in bezahlter Freizeit oder aber abgegolten erst am Ende des Arbeitsverhältnisses verlangen.

Sozialversicherungsrechtliche Aspekte

Da der Ferienjob in der Regel eine abhängige Beschäftigung gegen Zahlung von Entgelt ausgeübt wird, führt dies zur Versicherungspflicht und damit grundsätzlich zur Beitragspflicht in der Sozialversicherung. Besonderheiten bestehen bei kurzfristigen oder geringfügig entlohnten Beschäftigungen.

Kurzfristige Beschäftigung

Bei Beschäftigungen in den Ferien liegt in der Regel Versicherungsfreiheit vor. Ohne Rücksicht auf Entgelthöhe und Arbeitszeit sind Beschäftigungen versicherungsfrei, wenn sie innerhalb eines Jahres auf längstens zwei Monate oder 70 Arbeitstage begrenzt sind, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und das Entgelt 450,00 Euro im Monat übersteigt.

Geringfügig entlohnte Beschäftigung (sogenannter Minijob)

Unabhängig davon sind auch geringfügig entlohnte Beschäftigungen für den Arbeitnehmer versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege und Arbeitslosenversicherung, wenn das Entgelt regelmäßig im Monat 450,00 Euro nicht übersteigt. In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht seit 01. Januar 2013 jedoch Versicherungspflicht.


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Ansprechpartner
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Katharina Hörmann

Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht, Auslandsentsendung

+49 (0)89-551 78-233
Katharina Hörmann
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