Letzte Aktualisierung: 13. Februar 2018

Information

Bayerische M+E Industrie erzielt Tarifabschluss

In der 4. Tarifverhandlung am 08. Februar 2018 haben wir für das Tarifgebiet Bayern den Pilotabschluss aus Baden-Württemberg übernommen. Wir stellen Ihnen das Verhandlungsergebnis mit Anlagen zur Verfügung.

Angelique Renkhoff-Mücke, vbm Verhandlungsführerin, kommentiert: „Der bayerische Tarifabschluss ist insgesamt ein noch tragbarer Kompromiss. Wir begrüßen die neu geschaffenen tariflichen Möglichkeiten für eine erhebliche Ausweitung des Arbeitszeitvolumens, darunter insbesondere die deutliche Ausweitung der Vergabe von 40-Stunden-Arbeitsverträgen. Die Unternehmen erhalten damit die Möglichkeit, dem bereits heute bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die sehr lange Laufzeit von 27 Monaten schafft für die Unternehmen eine besonders lange Planungssicherheit. Das dauerhafte Differenzierungselement ist ein wichtiger Erfolg dieser Tarifverhandlungen. Damit wird der heterogenen Lage der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie Rechnung getragen. Die hohe Entgeltsteigerung geht allerdings an die Belastungsgrenze und für manche Unternehmen auch darüber hinaus. Daher steht eine Erosion der Tarifbindung zu befürchten."

Das Tarifergebnis umfasst folgende Eckpunkte:

Laufzeit

27 Monate vom 01. Januar 2018 bis 31. März 2020.

Einmalzahlung

Mit der Entgeltabrechnung März 2018 erhalten Vollzeitbeschäftigte 100 Euro (Auszubildende erhalten 70 Euro).

Entgelterhöhung

Mit Wirkung ab 01. April 2018 erhöhen sich die Tabellen um 4,3 Prozent. Die für den 01. Januar 2019 vereinbarte Tabellenerhöhung fließt vollständig in eine neue tarifliche Sonderzahlung "Tarifliches Zusatzgeld". Die Tariftabellen verändern sich 2019 nicht.

Sonderzahlung Tarifliches Zusatzgeld (T-ZUG)

Die neue tarifliche Sonderzahlung beträgt 27,5 Prozent eines Monatsverdienstes und ist jeweils mit der Juli-Abrechnung eines Jahres fällig.

Einmalbetrag

Für das Jahr 2019 erhalten vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer einen Einmalbetrag von 400 Euro. Ab dem Jahr 2020 beträgt der jährliche Einmalbetrag 12,3 Prozent der Entgeltgruppe 5 A. Dieser Betrag ist auf betrieblicher Ebene mit Zustimmung der IG Metall differenzierbar. Der Einmalbetrag ist jeweils mit der Juli-Abrechnung eines Jahres fällig.

Arbeitszeit

  • Der Tarifabschluss schafft für die Betriebe durch erweiterte Quoten und eine betriebliche Durchschnittsbetrachtung unter Berücksichtigung von Teilzeit erhebliche Arbeitszeitflexibilität nach oben.
  • Die gesetzlichen vorgesehenen Ansprüche auf Arbeitszeitreduzierungen nach unten werden unter anderem durch eine Überlastquote deutlich reduziert.
  • Unter näher definierten Voraussetzungen können Arbeitnehmer in Schichtarbeit, Eltern mit Kindern bis zum achten Lebensjahr sowie Arbeitnehmer, die nahe Angehörige in häuslicher Umgebung pflegen, die neu geschaffene tarifliche Sonderzahlung in acht freie Tage umwandeln, wenn gleichzeitig ein innerbetrieblicher Ausgleich für das so reduzierte Arbeitszeitvolumen geschaffen wird. Anderenfalls kann der Arbeitgeber die Reduzierung ablehnen.
  • Hinweis: Diese Regelungen werden redaktionell in einen neuen MTV eingearbeitet und sollen am 01. Januar 2019 in Kraft treten.

Freie Tage für Auszubildende

Auszubildende erhalten zukünftig zwei weitere Freistellungstage vor Prüfungen.

Rahmenregelung für Mobile Arbeit

Die Einführung von Mobiler Arbeit kann über eine freiwillige Betriebsvereinbarung erfolgen. Die tarifliche Rahmenregelung enthält Grundsätze der Mobilen Arbeit. Mehr- und Nachtarbeitszuschläge fallen nur an, wenn die Arbeitszeiten vom Arbeitgeber angeordnet wurden.

Für Arbeitnehmer in Mobiler Arbeit verkürzt sich die Ruhezeit zwischen Beendigung der täglichen Arbeitszeit und der Wiederaufnahme auf bis zu neun Stunden, wenn sie das Ende an diesem Tag oder den Beginn der täglichen Arbeitszeit am Folgetag selbst festlegen können. Für jeden Fall der Verkürzung ist innerhalb von sechs Monaten eine entsprechende Verlängerung der Ruhezeit einzuhalten.

Tarifvertrag Langzeitkonten

In Bayern haben wir zusätzlich einen Tarifvertrag Langzeitkonten vereinbart, auf dessen Grundlage die Betriebe Langzeitkonten auf freiwilliger Basis einführen können.

bAV

Mit der IG Metall konnte vereinbart werden, dass die bei der Bruttoentgeltumwandlung entfallenden SV-Anteile des Arbeitgebers weiterhin nicht an die Beschäftigten weitergegeben werden müssen.

Verträge
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Vertrag
Verhandlungsergebnis
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Vertrag
Änderungsvereinbarung Verteilung ArbZ
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Vertrag
Tarifvertrag Änderung MTV Bayern
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Vertrag
TV Langzeitkonten
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Vertrag
TV Mobiles Arbeiten
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Vertrag
TV Tarifliches Zusatzgeld
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Vertrag
TV Entgelt
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Vertrag
TV Lohn Montage
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Vertrag
TV AVo 2018

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