Letzte Aktualisierung: 15. März 2019

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Entgeltsteigerungen deutlich über dem Produktivitätsfortschritt

Die Tarifentgelte in der M+E Industrie sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität, dadurch wurde der lohnpolitische Verteilungsspielraum weit überschritten. Die Unternehmen sind mit den Entgelterhöhungen ebenso wie mit dem Beschäftigungsaufbau in Vorleistungen gegangen. Erst wenn die Digitalisierung in entsprechenden Produktivitätssteigerungen sichtbar wird, sind wieder höhere Entgeltsteigerungen wirtschaftlich verkraftbar und vertretbar

Tarifentgelte stiegen innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel

Die Tarifentgelte in der bayerischen M+E Industrie sind von 2008 bis 2018 um über 33 Prozent gestiegen. 2019 kommt eine weitere Erhöhung von durchschnittlich 2 ¾ Prozent hinzu in Form der neu vereinbarten Sonderzahlung T-ZUG (tarifliches Zusatzgeld). Die gesamtwirtschaftliche Produktivität – Orientierungsgröße für die Lohnpolitik – ist dagegen zwischen 2008 und 2018 nur um 11,3 Prozent gestiegen – die Entgelte erhöhten sich also dreimal so stark. Die Produktivität in der M+E Industrie selbst ist sogar nur um 4,5 Prozent gestiegen.

Grafik-TArifentgelt-Produktivität

Unternehmen sind mit Investitionen in Digitalisierung und Beschäftigung in Vorleistung gegangen

Verantwortlich für die schwache Produktivität ist auch der kräftige Beschäftigungsaufbau. Die Zahl der M+E Beschäftigten in Bayern erreicht Monat für Monate neue Rekordstände. Seit 2008 sind mehr als 120.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze entstanden, zum Jahresende 2018 zähle die bayerische M+E Industrie mehr als 872.000 Beschäftigte.

Die Digitalisierung spiegelt sich noch nicht in der Produktivität wider. Die Digitalisierung ist derzeit eine Investition – in Technologie und ebenso wie in „Köpfe“. Die Unternehmen brauchen jetzt dringend das Kapital, um die Digitalisierung weiter voranzutreiben und sich technologisch für die Zukunft aufzustellen.


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Volker Leinweber

Volkswirtschaftliche Grundsatzfragen

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