Seit über einem Jahrzehnt begleitet die vbw die Entwicklung der digitalen Netze in Bayern mit Studien zum Ausbaufortschritt. Die jüngste Studie zum Jahr 2024 bestätigt gute Ausbauerfolge, wenngleich sichtbar bleibt, dass der Weg zu einer flächendeckenden Versorgung mit Glasfaseranschlüssen und 5G-Mobilfunktechnik noch weit ist.
Die Glasfaser kommt deutlich voran, hat aber weiter Nachholbedarf
Mittlerweile bieten 98,5 Prozent der kabelgebundenen Anschlüsse in den digitalen Netzen Bayerns ihren Nutzer eine solide Grundversorgung mit 100 MBit/s. Auch der Ausbau von Gigabit-Anbindungen kommt gut voran. Allerdings bleibt trotz hoher Zuwachsraten viel zu tun. Glasfaseranschlüsse bis zum Endkunden erreichen bislang nur knapp 36 Prozent der Haushalte und knapp 40 Prozent aller Unternehmen.
5G deckt mittlerweile weite Teile der Fläche ab
Während die 4G-Mobilfunkanbindung mittlerweile fast flächendeckend verfügbar ist, besteht in den 5G-Netzen der Provider teilweise noch erheblicher Nachholbedarf. Die Befahrung an den bayerischen Autobahnen und Bundesstraßen in sieben ausgewählten Ballungsräumen in Bayern zeigt keine besonderen Anfälligkeiten bei hohem Verkehrsaufkommen. Es sind jedoch – zum Teil große – Unterschiede bei Down- und Uploadgeschwindigkeiten zwischen den drei Providern und den befahrenen Regionen auszumachen. Die mittlerweile geschlossenen Mobilfunkförderprogramme des Freistaates Bayern und des Bundes werden für Verbesserung sorgen. Mit ihnen können Netzlücken in wirtschaftlich nicht abdeckbaren Regionen nach und nach geschlossen werden.
Gezielte politische Impulse zum Netzausbau bleiben unverzichtbar
Das zeitgleich mit der hier vorliegenden Untersuchung veröffentlichte Update unserer Studie Breitbandbedarf der Bayerischen Unternehmen - kabelgebunden und mobil zeigt das weitere Voranschreiten der digitalen Transformation in den Unternehmen – und damit auch die wachsenden Anforderungen an die Netze. Um diesen gerecht zu werden, sind gezielte politische Impulse für den Ausbau der Glasfaser- und 5G-Netze unverzichtbar.