Die bayerische M+E Industrie hat das Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist sehr gut, der Zenit der konjunkturellen Dynamik ist erreicht. Das heißt, das Wachstumstempo wird sich verlangsamen. Spätestens im kommenden Jahr ist mit einer Abkühlung der Konjunktur zu rechnen.
Ausgezeichnete Lagebewertung, eingetrübte Erwartungen
Die Unternehmen der bayerischen M+E Industrie bewerteten ihre Geschäftslage im ersten Halbjahr 2011 so gut wie noch nie seit Beginn unserer Umfrage im Jahr 2000. Rund 78 Prozent bezeichneten die Lage als gut, nur knapp vier Prozent als schlecht. Die Perspektiven bleiben positiv, haben sich aber deutlich abgeschwächt. Der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen hat sich im Vergleich zur Dezember-Umfrage mehr als halbiert.
Langsamerer Produktionsanstieg, mehr Investitionen
Die Produktionspläne der Firmen sind weiterhin expansiv ausgerichtet, das Wachstum wird aber schwächer ausfallen als bisher. Die Investitionstätigikeit wird hoch bleiben. Zudem entfällt erstmals seit 2007 wieder der größte Anteil der geplanten Investitionen auf Erweiterungsmaßnahnen. Möglich macht den Investitionsanstieg die verbesserte Ertragslage. Im Schnitt dürfte die Nettoumsatzrendite im laufenden Jahr bei knapp über vier Prozent liegen.
Beschleunigter Beschäftigungsanstieg, zunehmender Fachkräftemangel
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind so expansiv wie noch nie un unserer Umfrage. Knapp 58 Prozent der Betriebe wollen im zweiten Halbjahr zusätzliche Arbeitsplätze im Inland schaffen, nur gut fünf Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. Wir haben deshalb unsere Beschäftigungsprognose erhöht. Bis zum Jahresende dürften 15.000 zusätzliche Stammarbeitsplätze in den bayerischen M+E Unternehmen entstehen, das wäre im Gesamtjahr ein Plus von 25.000.
Allerdings wird der Mangel an Fachkräften zunehmend zu einem Problem. Nur noch ein Drittel der Firmen spürt keine Beeinträchtigung der Produktionstätigkeit durch fehlende Fachkräfte, das ist der niedrigste Anteil seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001. Bei 14 Prozent der Betriebe wird die Geschäftstätigkeit sogar erheblich beeinträchtigt.
Hohe Nachfrage, aber Rahmenbedingungen belasten
Nach Einschätzung der Betriebe ist die gute wirtschaftliche Lage allein der guten Entwicklung der Nachfragekomponenten Export, Konsum und gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit zu verdanken. Alle drei Größen werden sich aber im kommenden Jahr schwächer entwickeln. Belastend wirken hingegen die Rahmenbedingungen, allen voran die hohen Energie- und Rohstoffpreise, der Fachkräftemangel und die hohen Personalkosten.
Die gesamte Auswertung der aktuellen bayme vbm Konjunkturumfrage mit zahlreichen Grafiken steht Ihnen zum Herunterladen zur Verfügung.
Hier finden Sie die regionalen Umfrageauswertungen:

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