Pressemitteilung

vbm weist Gedankenspiele der IG Metall Bayern zur Lohnforderung zurück

München, 31.01.2012 von Raimo Kröll
Brossardt: „Lohnzahl passt nicht in die Landschaft“

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie e. V. hat die heute von der IG Metall Bayern genannte Zahl von mindestens 6,5 Prozent mehr Lohn in der kommenden M+E-Tarifrunde als „überzogen“ zurückgewiesen. „Wir dürfen die immer größeren wirtschaftlichen Schwankungen nicht zum Maßstab unserer Entgeltpolitik machen. Augenmaß und Stetigkeit sowie ein hohes Maß an Flexibilität sind in der Tarifpolitik gefragt – und nicht überzogene Lohnforderungen, die sich an dem orientieren, was hinter uns liegt und nicht an dem, was vor uns liegt. Das ist rückwärtsgewandt“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm.
 
So wies der Hauptgeschäftsführer auf die konjunkturelle Abkühlung in der bayerischen M+E-Industrie hin. Zudem herrscht laut Brossardt angesichts der Euro-Schuldenkrise große Unsicherheit: „Eine Eskalation dieser Krise hätte nicht nur für die Finanzwirtschaft, sondern auch für die Realwirtschaft nicht vorhersehbare Folgen. Die Tarifpolitik darf die Unternehmen in dieser unsicheren Situation nicht zusätzlich belasten. Eine solch hohe Forderung würde nicht in die Landschaft passen.“
 
Auch die Forderung der IG Metall nach einer Pflicht zur unbefristeten Übernahme von Auszubildenden lehnte Brossardt ab: „Das würde die hohe Ausbildungsbereitschaft der bayerischen Metall- und Elektrounternehmen bremsen. Denn kein Unternehmen kann heute entscheiden, ob es nach Beendigung der Ausbildung in der wirtschaftlichen Lage sein wird, alle Auszubildenden unbefristet zu übernehmen. Um dieser nicht kalkulierbaren Verpflichtung zu begegnen, werden die Unternehmen ihre Ausbildungsaktivität deutlich zurückfahren. Die Rechnung bezahlen insbesondere die leistungsschwächeren Jugendlichen. Außerdem ist heute schon der dauerhafte Verbleib der Auszubildenden im Betrieb die Regel. Die IG Metall will ein nicht bestehendes Problem lösen."
 
Zur Forderung der IG Metall, die Mitwirkungsrechte von Betriebsräten in M+E-Unternehmen beim Einsatz von Zeitarbeitnehmern auszuweiten, betonte Brossardt: „Die M+E-Betriebsräte befassen sich schon nach heutiger Gesetzeslage immer dann mit Zeitarbeit, wenn die Belange der eigenen Stammbelegschaft betroffen sind. Für eine Ausweitung dieser Mitspracherechte gibt es weder einen vernünftigen Grund, noch ist eine solche Regelung zulässig."
 
Brossardt forderte die IG Metall zu einem "Pakt der Fairness" auf: "Ziel muss es sein, mit Maß und Vernunft die Belegschaften und Betriebe für die Zukunft zu sichern, statt überzogene Forderungen zu erheben."

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