Obwohl die Europäische Union und die USA im August 2025 eine Zollvereinbarung geschlossen haben, ändert sich das Zollregime der USA immer wieder. Hier informieren wir über Neuerungen und ihre Bedeutung. Eine Übersicht über alle aktuellen Zölle auf europäische Einfuhren finden Sie in unserer Übersicht aktueller US-Zölle .
Neue Zölle in der zweiten Jahreshälfte
Im September führen die USA neue Zölle auf Drohnen und ihre Komponenten ein. Ab dem 03. September 2026 werden Drohnen und ihre Komponenten mit 15 Prozent Zoll (inkl. MFN-Zoll) belastet. „Kritische“ Teile können nur eingeführt werden, wenn sie aus der EU, der Schweiz, Japan, Südkorea, Liechtenstein oder dem UK stammen. Welche Teile als „kritisch“ gelten, ist noch offen. Zusätzlich erheben die USA ab dem 04. Dezember 2026 neue Zölle auf Polysilizium und Produkte daraus ein; zusätzlich gelten Mindestpreise. Waren, die über Freihandelszonen eingeführt werden, sind von Zoll und Mindestpreis ausgenommen. Die Rückerstattung der Zölle auf europäische Einfuhren ist möglich, muss aber beantragt werden. In beiden Fällen können Unternehmen, die Produktion in die USA verlagern, von Zöllen befreit werden. Seit 31. Juli 2026 wird bereits ein Zoll von 15 Prozent auf pharmazeutische Produkte und Wirkstoffe erhoben. Am 29. September 2026 wird dieser Zoll auf weitere Importe ausgeweitet.
Investitionsanreize und Zollermäßigungen
Die US-Zölle werden zunehmend von Investitionsanreizen flankiert. Unternehmen, die Teile ihrer Produktion in die USA verlagern, können von sektoralen Zöllen ausgenommen werden, die bspw. bei der Einfuhr von Produktionsanlagen anfallen. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen dem US-Handelsministerium konkrete Investitionspläne vorlegen. Die USA wollen so unter anderem die Produktion von Aluminium, Drohnen und Produkten aus Polysilizium in die Vereinigten Staaten holen.
Umsetzung der Zollvereinbarung mit der Europäischen Union
Die EU und die USA halten an der im Sommer 2025 geschlossenen Zollvereinbarung fest. Die neuen US-Zölle liegen unter dem abgesprochenen Niveau von maximal 15 Prozent. In einigen Punkten verhandeln die USA und die Europäische Union weiter. Das betrifft beispielsweise die Zölle auf Stahl und Aluminium. Die Europäische Kommission könnte europäische Zölle wieder anheben, falls die USA ihre Stahl- und Aluminiumzölle nicht bis zum Jahresende senken. Weil die USA der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten immer wieder mit neuen Zöllen drohen, bleibt das Handelsverhältnis angespannt.
Erfahrungsaustausch zum US-Geschäft
Die USA gehören zu den wichtigsten Handelspartnern des Freistaats. In unserem digitalen Erfahrungsaustausch „Die transatlantische Zusammenarbeit in unruhigen Zeiten“ am 15. Oktober 2026 erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die deutsche Außenpolitik gegenüber den USA. Zudem wollen wir mit bayerischen Unternehmen und Verbänden ins Gespräch kommen. Schildern Sie, wie Sie die Lage in den Vereinigten Staaten erleben, stellen Sie Ihre Fragen zur deutschen Politik und lernen Sie die Perspektiven anderer Unternehmen und Verbände kennen. Details finden Sie auf der Webseite zur Veranstaltung .