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13.01.26 | Pressemitteilung

Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – Stimmung weiterhin schlecht / Hillreiner: „Brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“

Die Lage der mittelfränkischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt auch im zweiten Halbjahr 2025 schwierig. Die inländischen Geschäftserwartungen beurteilen die Unternehmen im Saldo zwar positiv, beim für Bayern so zentralen Exportgeschäft überwiegen aber die pessimistischen Erwartungen. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, fasst Markus Hillreiner, Vorsitzender bayme vbm Region Südost-Mittelfranken, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Nürnberg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage bleibt die aktuelle Geschäftslage, trotz einer Steigerung gegenüber der Sommerumfrage, im negativen Bereich. Nur knapp 10 Prozent bewerten die inländische Geschäftslage als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -21,5 Punkten, beim Auslandsgeschäft dagegen neutral. Die Erwartungen in diesem Jahr für das Inlandsgeschäft haben sich zwar verbessert, für das Auslandsgeschäft ist die Zuversicht allerdings gesunken. „Das differenzierte Erwartungsbild aus positivem Saldo für das Inland gegenüber der negativen Entwicklung beim Exportgeschäft zeigt die schwierige Lage der mittelfränkischen M+E Betriebe. Ein rechter Aufschwung ist nicht zu sehen, eher die Hoffnung, dass es insgesamt nicht schlimmer werden wird“, so Hillreiner.

Trotz der herausfordernden Standortbedingungen haben sich die inländischen Produktionspläne der Unternehmen in Mittelfranken um rund 10 Prozentpunkte verbessert. „Es ist positiv, dass knapp 41 Prozent ihre Produktion steigern wollen. Gleichzeitig aber muss jedes fünfte Unternehmen Ihren Output zurückfahren. Das ist bitter für unseren Standort“, prognostiziert Hillreiner. Die inländischen Investitionspläne bleiben im Saldo bei minus 16 Prozent klar negativ. „Die Entwicklung mag schleichend sein, aber was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden“, findet Hillreiner.

Die Beschäftigungspläne der mittelfränkischen M+E Unternehmen bleiben im negativen Bereich. Fast 60 Prozent der Unternehmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Für das kommende Jahr prognostizieren wir einen weiteren Rückgang um 3.000 Stellen auf dann gut 125.000 Beschäftigte“, berichtet Hillreiner und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Es ist um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz traurig.“

Für 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto und die Arbeitskosten steigen unaufhörlich weiter. Der weiteren De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, erklärt Hillreiner und ergänzt: „Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“