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10.03.26 | Pressemitteilung

Ausfuhren gehen leicht zurück, M+E Produkte stehen für zwei Drittel der bayerischen Exporte / Brossardt: „Unberechenbare Weltlage erfordert einen großen Wurf bei der Standortreform“

Die bayerische M+E-Industrie exportierte im Jahr 2025 Waren im Wert von 148,7 Milliarden Euro ins Ausland, das waren 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit sanken die M+E Exporte das zweite Jahr in Folge. Insgesamt machten die M+E Ausfuhren im Freistaat knapp zwei Drittel aller Produkte aus, die ins Ausland exportiert wurden, so die Berechnungen der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes. „Fakt ist: Die M+E-Industrie ist das Herz der Wirtschaft im Freistaat, sie steht für mehr als 830.000 Beschäftigte in Bayern. Auch wenn die gesamten bayerischen Exporte wieder leicht im Aufwind sind, ist unsere wichtigste Branche weiter am Kämpfen“, so bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und fügt hinzu: „Die chaotische Lage der Weltwirtschaft können wir nicht ändern – vor allem mit Blick auf die unberechenbare Handelspolitik der US-Regierung, den erheblich verteuerten Euro und die starke globale Konkurrenz. Fatal ist aber, dass zu dem schwierigen internationalen Umfeld hausgemachten Hürden kommen. Wir müssen unsere Standortbedingungen dringend verbessern, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit von dieser Seite nicht noch weiter zusätzlich belastet wird.“

2025 führten bayerische Unternehmen M+E Produkte im Wert von 20,2 Milliarden Euro in die USA aus, das entspricht 13,6 Prozent aller bayerischen M+E Exporte. „Die Vereinigten Staaten bleiben auch im M+E Bereich unser wichtigster Absatzmarkt, obwohl sich die Exporte dorthin um satte 11,3 Prozent verringerten. Der Handelsstreit und die aggressive Zollpolitik der US-Regierung treffen auch unsere M+E Industrie hart“, so Brossardt. Aber auch die Ausfuhren in den zweitgrößten M+E Exportmarkt China sind um 10,4 Prozent eingebrochen. „Die massive Konkurrenz vor Ort in Kombination mit wettbewerbsverzerrenden Maßnahmen und Protektionismus schwächen unsere Firmen im globalen Wettbewerb“, so Brossardt und sagt weiter: „Mit Blick auf die großen Schwierigkeiten im weltweiten Exportgeschäft zeigt sich auch bei den M+E Exportzahlen der Trend, dass noch mehr Geschäft in Europa gemacht wird: Inzwischen entfallen 47 Prozent der bayerischen M+E Exporte auf die EU, gegenüber dem Vorjahr stiegen sie um 5,2 Prozent.“

Bei den wichtigsten Exportgütern im M+E Bereich gab es 2025 eine gemischte Entwicklung. Die Exporte von Kfz und Kfz-Teilen betrugen 52,5 Milliarden Euro (Pkw davon mit 38,5 Milliarden Euro), und entsprachen damit 35,3 Prozent der gesamten M+E Ausfuhren. Sowohl Ausfuhren von Pkw als auch von Kfz-Teilen sanken um drei bis fünf Prozent. Auch bei den Maschinen, die für ein Exportvolumen von 39,5 Milliarden Euro stehen, gingen die Exporte im letzten Jahr um rund drei Prozent zurück. Auffällig ist dagegen das starke Wachstum bei den Luftfahrzeugen und Luftfahrzeugteilen, die gegenüber 2024 um 41,1 Prozent stiegen. Sie stehen für ein Exportvolumen von immerhin 6,6 Milliarden Euro. Brossardt resümiert: „Es gibt zwar einzelne erfreuliche Entwicklungen. Aber bei unseren wichtigsten Exportgütern verlieren wir weiter an Boden. Das kann auch der überraschend starke Zuwachs an anderer Stelle nicht kompensieren. Wir brauchen dieses Jahr einen großen Wurf, um die tiefgreifenden Strukturprobleme zügig anzugehen. Nur so bringen wir unseren Standort wieder auf Vordermann.“