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Autor*in des Beitrags

Maximilian Stoib

Presse / Öffentlichkeitsarbeit

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Pressemitteilung | 04.08.2022

Eingetrübte und heterogene Geschäftslage – pessimistische Perspektiven – Gas-Stopp als Damoklesschwert / Klumpp: „Unternehmen sind enorm verunsichert“

Die Lage in der bayerischen und Oberpfälzer Metall- und Elektro-Industrie ist angespannt, sehr heterogen und von enormer Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. „Die Lage der Oberpfälzer Unternehmen ist sehr differenziert und die Verunsicherung groß. Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch. Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängt als großes Damoklesschwert über allem. Dazu kommt eine hohe Krankheitsquote durch die stark steigenden Corona-Fallzahlen, die den bestehenden Arbeitskräftemangel noch weiter verschärfen“, erklärte Dr. Stefan Klumpp, Vorsitzender des Vorstands der Region Oberpfalz-Nord der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute vorgestellt wurde.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage in der Oberpfalz zwar recht positiv bewertet. Die Salden liegen fürs Inlandsgeschäft bei +50,7 Punkten und im Auslandsgeschäft bei +56,9 Punkten. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind aber deutlich gesunken und liegen mittlerweile im negativen Bereich: Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei -17,7 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -0,9 Punkten. Die negativen Erwartungen zeigen die enorme Verunsicherung in der Oberpfälzer M+E Industrie. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand hat ein stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern“, erklärt Klumpp.

Kernproblem bleibt laut Umfrage der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Die Produktionspläne im Inland haben sich deutlich eingetrübt. „Der Saldo aus positiven und negativen Meldungen sank gegenüber der Januar-Umfrage von +59,2 auf +20,6 Prozentpunkte. Die Investitionspläne fallen noch schwächer aus, sie sanken von einem Saldo von +20,1 auf +9,6 Punkte. Mit einem Anteil von 36,5 Prozent stehen die Ersatzbeschaffungen an erster Stelle. Nur 18 Prozent entfallen auf Erweiterungsinvestitionen, 16,6 Prozent auf Innovationen und 11,6 Prozent auf Rationalisierungen - und das alles ohne Einbeziehung eines Gas-Lieferstopps“, prognostiziert Klumpp und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen ausreichend Finanzmittel, ansonsten droht die Bewältigung der Transformation zu scheitern.“

„Die Ertragslage für die Oberpfalz stellt sich als insgesamt gut, aber differenziert dar. Zwei Drittel der Betriebe hoffen im laufenden Jahr eine Nettoumsatzrendite von vier Prozent und mehr. Auf der anderen Seite befinden sich 16 Prozent in einem kritischen Bereich: Je vier Prozent befürchten Verluste oder nur eine schwarze Null, weitere acht Prozent müssen mit einer Rendite von unter zwei Prozent auskommen. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf noch weiter, dürften immer mehr Unternehmen auf eine kritische Ertragslage zusteuern“, so Klumpp.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen in der Oberpfalz sollen der Befragung zufolge moderat ansteigen. „40 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung um rund 1.200 Stellen auf dann rund 96.200 zum Jahresende 2022 zunehmen“, erklärt Klumpp.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen M+E Industrie warnen die Arbeitgeberverbände bayme vbm aber vor falschen Schlüssen für die Lohnforderung. „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen. Dadurch gäbe es nur Verlierer – sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen. Fakt ist, dass die Tarifentgelte seit 2018 um über neun Prozent gestiegen sind“, so Klumpp abschließend.