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27.07.26 | Pressemitteilung
Geschäftslage bleibt angespannt – Erwartungen im Inland haben sich verbessert, bleiben aber vor allem für das Ausland negativ / Klumpp: „Trotz Konjunktur- und Strukturkrise derzeit kein Beschäftigungsabbau geplant“
Die Lage in der Oberpfälzer Metall- und Elektro-Industrie bleibt angespannt. Die konjunkturelle Eintrübung im zweiten Halbjahr 2025 wirkt weiterhin nach, und die Aussichten für die kommenden Monate sind durchwachsen. Die Beschäftigungsentwicklung stagniert „Die Talfahrt der bayerischen M+E Industrie ist zwar weniger steil, aber kontinuierlich bergab gerichtet. Es ist ein schlechtes Zeichen, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung. Es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wichtig ist, dass jetzt nicht nachgelassen wird: Tempo und Entschlossenheit müssen auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung“, fasst Dr. Stefan Klumpp, Vorsitzender der Region Oberpfalz-Nord der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Regensburg vorgestellt wurden.
Laut Umfrage erholte sich die aktuelle inländische Geschäftslage zwar gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025, der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft mit einem Saldo von +4,9 Punkten aber nur leicht im positiven Bereich. Das Auslandsgeschäft hat sich allerdings gegenüber der Winterumfrage deutlich verschlechtert, und zwar von +13,2 Punkten auf -10,2 Punkte. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft haben sich verbessert, liegen aber mit einem Saldo von -1,3 Punkten immer noch im negativen Bereich. Dagegen haben sich die Perspektiven für das Ausland ausgehend von einer schwachen Lagebeurteilung deutlich auf +10,5 Punkte aufgehellt. In der schwierigen Gesamtsituation aus lahmender Struktur- und Konjunkturkrise zeigt sich ein volatiles und fragiles Gesamtbild“, unterstreicht Klumpp.
Die Produktionspläne für das Inland liegen trotz der schwächeren Aussichten im Plus. „Es bleibt trotzdem dabei, dass von der Produktion keine nennenswerten Impulse gesetzt werden“, erklärt Klumpp und ergänzt: „Im Ausland wird die Produktion dagegen nach wie vor deutlich weiter ausgebaut. Ein klares Indiz für den Kostennachteil im Inland.“
Auch bei den Investitionsplänen der Oberpfälzer M+E Unternehmen gibt es einen großen Unterschied zwischen In- und Ausland. So sind die inländischen im Saldo zwar leicht positiv (+1,9 Punkte), die ausländischen dagegen aber mit 56,3 Punkten klar expansiv. „Die Investitionszurückhaltung im Inland nimmt immer weiter zu, während Investitionen in das Ausland zunehmend attraktiver für immer mehr Oberpfälzer Firmen werden. Wir hoffen, dass der beschlossene Bürokratieabbau und die weiteren Entlastungsmaßnahmen hier zu einem Umdenken führen. Gefragt sind aber auch die Tarifpartner, die in der anstehenden Tarifrunde im Herbst die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie über die Arbeitskosten entscheidend beeinflussen können. Denn diese sind ein entscheidender Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung“, betont Klumpp.
Die Beschäftigungspläne M+E Unternehmen in der Oberpfalz sind derzeit positiver als sie bei der letzten Befragung angegeben hatten. Etwas mehr als 11 Prozent der Unternehmen sehen sich derzeit gezwungen, Beschäftigung abzubauen. Allerdings befinden sich 40 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich. Vor einem halben Jahr waren es gut 20 Prozent. „Das ist bedenklich. Es sollte jedem klar sein, dass das nicht lange gut gehen kann“, berichtet Klumpp.
Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine Daueraufgabe. Denn auch das außenwirtschaftliche Umfeld belastet die Unternehmen durch US-Importzölle und den weiter schwelenden Irankrieg. Laut Umfrage bleiben die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle das größte Risiko. Der Iran-Krieg ist hingegen ein genereller Kostenreiber, für Materialen und Rohstoffe, für Energie und für Transport- und Frachtkosten. „Wir setzen auf ein baldiges tatsächliches Ende der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie darauf, dass die beteiligten Parteien am Verhandlungstisch Lösungen finden“, sagt Klumpp.
Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage