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Thomas Hansbauer

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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Pressemitteilung | 02.08.2022

Eingetrübte und heterogene Geschäftslage – pessimistische Perspektiven – Gas-Stopp als Damoklesschwert / Wimmer: „Unternehmen sind enorm verunsichert“

Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist angespannt, sehr heterogen und von enormer Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. „Die Lage der niederbayerischen Unternehmen ist sehr differenziert und die Verunsicherung groß. Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch. Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängt als großes Damoklesschwert über allem. Dazu kommt eine hohe Krankheitsquote durch die stark steigenden Corona-Fallzahlen, die den bestehenden Arbeitskräftemangel noch weiter verschärfen“, erklärte Bernhard Wimmer, Regionalvorstandsmitglied Niederbayern der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Passau vorgestellt wurde.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage in Niederbayern ähnlich gut wie zum Jahresbeginn bewertet. Die Salden liegen fürs Inlandsgeschäft bei +53,4 Punkten und im Auslandsgeschäft bei +42,2 Punkten. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind deutlich gesunken und liegen mittlerweile im negativen Bereich. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei -16,2 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -5,7 Punkten. Die negativen Erwartungen zeigen die enorme Verunsicherung in der niederbayerischen M+E Industrie. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand hat ein stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern“, erklärt Wimmer.

Kernproblem bleibt laut Umfrage der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Die Produktionspläne im Inland sind nur noch moderat aufwärts gerichtet. „Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank gegenüber der Januar-Umfrage von +33,5 auf +12,5 Punkte. Die Investitionspläne sind in ähnlichem Maße gesunken, von einem Saldo von +31,5 auf +13,0 Punkte. Mit einem Anteil von 45 Prozent stehen die Ersatzbeschaffungen an erster Stelle. Nur gut 20 Prozent entfallen auf Erweiterungsinvestitionen, acht Prozent auf Innovationen und gut 16 Prozent auf Rationalisierungen - und das alles ohne Einbeziehung eines Gas-Lieferstopps“, prognostiziert Wimmer und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen ausreichend Finanzmittel, ansonsten droht die Bewältigung der Transformation zu scheitern.“

„Die Ertragslage für Niederbayern stellt sich als insgesamt gut, aber differenziert dar. Denn 18 Prozent der Unternehmen befürchten für das Jahr 2022 eine kritische Ertragslage: Fast sechs Prozent rechnen mit Verlusten, knapp 12 Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf noch weiter, dürften immer mehr Unternehmen auf eine kritische Ertragslage zusteuern“, so Wimmer.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen in Niederbayern sollen der Befragung zufolge ansteigen. „Gut jedes zweite Unternehmen plant einen Beschäftigungsaufbau. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung um rund 1.200 Stellen auf dann rund 92.200 Personen zum Jahresende 2022 zunehmen“, erklärt Wimmer.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen M+E Industrie warnen die Arbeitgeberverbände bayme vbm aber vor falschen Schlüssen für die Lohnforderung. „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen. Dadurch gäbe es nur Verlierer – sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen. Fakt ist, dass die Tarifentgelte seit 2018 um über neun Prozent gestiegen sind“, so Wimmer abschließend.

Link zur zentralen Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage