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Stefanie Eizenberger

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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Pressemitteilung | 05.08.2022

Eingetrübte und heterogene Geschäftslage – pessimistische Perspektiven – Gas-Stopp als Damoklesschwert / Kaeser: „Unternehmen sind enorm verunsichert“

Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie ist angespannt, sehr heterogen und von enormer Unsicherheit geprägt. Lieferengpässe und Materialmangel sowie stark gestiegene Preise bei Vorprodukten, Frachtkosten, Rohstoffen und Energie wirken sich negativ auf die Geschäftserwartungen der Unternehmen aus. Dadurch können viele Aufträge nicht abgearbeitet werden. „Die Lage der oberfränkischen Unternehmen ist sehr differenziert und die Verunsicherung groß. Aktuell sinkt die Produktion und der Blick auf die kommenden Monate ist mehrheitlich pessimistisch. Ein möglicher Erdgasstopp und generell die Erdgasknappheit hängen als großes Damoklesschwert über allem. Dazu kommt eine hohe Krankheitsquote durch die stark steigenden Corona-Fallzahlen, die den bestehenden Arbeitskräftemangel noch weiter verschärfen“, erklärte Thomas Kaeser, Vorstandsvorsitzender Oberfranken der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Coburg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage bewerten die oberfränkischen M+E Unternehmen die aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn. Die Salden liegen mit einem Minus von 1,2 Prozent für das Inlandsgeschäft und einem Minus von 9,5 Prozent für das Auslandsgeschäft im negativen Bereich. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind deutlich gesunken und liegen ebenfalls im negativen Bereich. Sie liegen für das Inlandsgeschäft bei-12,5 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -8 Punkten. Die negativen Erwartungen zeigen die enorme Verunsicherung in der oberfränkischen M+E Industrie. Lediglich der weiterhin hohe Auftragsbestand hat ein stärkeres Absinken verhindert. Sollten aber die Beschaffungspreise weiter stark steigen und russische Gaslieferungen ausbleiben, dann dürfte sich das Bild drastisch ändern“, erklärt Kaeser.

Kernproblem bleibt laut Umfrage der massive Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Die Produktionspläne im Inland sind nur noch moderat aufwärts gerichtet. „Der Saldo aus positiven und negativen Antworten sank gegenüber der Januar-Umfrage von +36,4 auf +25,8 Punkte. Die Investitionspläne sind von +10 Punkten im Januar deutlich in einen negativen Saldo auf -38 Punkte gerutscht. Mit einem Anteil von jeweils 22,2 Prozent stehen Ersatzbeschaffungen und Innovationen knapp an erster Stelle. Dahinter liegen mit 21 Prozent Rationalisierungen, fast 19 Prozent entfallen auf Erweiterungsinvestitionen – und das alles ohne Einbeziehung eines Gas-Lieferstopps“, prognostiziert Kaeser und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen ausreichend Finanzmittel, ansonsten droht die Bewältigung der Transformation zu scheitern.“

„Die Ertragslage stellt sich für Oberfranken als schwach und sehr differenziert dar. Denn über 40 Prozent der Unternehmen befürchten für das Jahr 2022 eine kritische Ertragslage: Elf Prozent rechnen mit Verlusten und weitere elf Prozent gehen von einer Nettoumsatzrendite von unter zwei Prozent aus. Verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahresverlauf noch weiter, dürften immer mehr Unternehmen auf eine kritische Ertragslage zusteuern“, so Kaeser.

Die Beschäftigungsrückgang der M+E Unternehmen in Oberfranken wird sich der Befragung zufolge verlangsamt fortsetzen. „Gut 31 Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung um etwa 500 Stellen auf dann fast 60.000 Personen zum Jahresende 2022 zunehmen“, erklärt Kaeser.

Im Hinblick auf die anstehende Tarifrunde in der bayerischen M+E Industrie warnen die Arbeitgeberverbände bayme vbm aber vor falschen Schlüssen für die Lohnforderung. „Die aktuell hohe Inflation dürfen wir nicht durch hohe Tarifabschlüsse zementieren, die den Unternehmen die Luft für Zukunftsinvestitionen nehmen. Dadurch gäbe es nur Verlierer – sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Unternehmen. Fakt ist, dass die Tarifentgelte seit 2018 um über neun Prozent gestiegen sind“, so Kaeser abschließend.

Link zur zentralen Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage