Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle
Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.
Log-in
Autor*in des Beitrags
15.01.26 | Pressemitteilung
Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – Stimmung weiterhin schlecht / Karl: „Brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“
Die Lage der oberbayerischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt auch im zweiten Halbjahr 2025 schwierig, berichten die Unternehmen der bayme vbm Region MünchenNord-Ingolstadt. Die Geschäftserwartungen für In- und Ausland beurteilen die Unternehmen im Saldo positiv. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, fasst Andreas F. Karl, Vorsitzender bayme vbm Region MünchenNord-Ingolstadt, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Ingolstadt vorgestellt wurde.
Laut Umfrage bleibt die aktuelle Geschäftslage schwierig. Nur 7,6 Prozent bewerten die inländische Geschäftslage als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -6,5 Punkten, beim Auslandsgeschäft ist er dagegen minimal positiv. Die Erwartungen in diesem Jahr für das Inlands- und Auslandsgeschäft sind zwar im Schnitt zuversichtlich, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend. „Ein rechter Aufschwung ist nicht zu sehen, eher die Hoffnung, dass es insgesamt nicht schlimmer werden wird“, so Karl.
Trotz der herausfordernden Standortbedingungen haben sich die inländischen Produktionspläne der Unternehmen um rund 45 Prozentpunkte verbessert. Die inländischen Investitionspläne liegen im Saldo bei plus 12 Prozent damit wieder leicht im Plus. „Es ist positiv, dass knapp 20 Prozent ihre Produktion steigern wollen. Gleichzeitig müssen aber 7,6 Prozent der Unternehmen Ihren Output zurückfahren, fast 73 Prozent gehen von einer stagnierenden Produktion aus. Das ist bitter für unseren Standort“, prognostiziert Karl und ergänzt: „Die Entwicklung mag schleichend sein, aber was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden.“
Die Beschäftigungspläne bleiben im negativen Bereich. Mehr als jedes vierte M+E Unternehmen in der Region befürchtet, Stellen abbauen zu müssen. „Für das kommende Jahr prognostizieren wir einen weiteren Rückgang um 6.000 Stellen auf dann gut 239.000 Beschäftigte für ganz Oberbayern“, berichtet Karl und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Es ist um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz traurig.“
Für 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto und die Arbeitskosten steigen unaufhörlich weiter. Der weiteren De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, erklärt Karl und ergänzt: „Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“
Link zur bayernweiten Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage