Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle

Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

Autor*in des Beitrags

Thomas Hansbauer

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

+49 (0)89-551 78-361 +49 (0)151-217 95 880 E-Mail senden

25.01.24 | Pressemitteilung

Verschlechterte Lage – negative Beschäftigungspläne – Investitionsentscheidungen für das Ausland / Bielmeier: „Über ein Drittel der Unternehmen sieht schlechtere Standortbedingungen“

Die Lage in der niederbayerischen Metall- und Elektro-Industrie hat sich im zweiten Halbjahr 2023 verschlechtert, die Erwartungen für die kommenden Monate und die Beschäftigungspläne der Unternehmen sind negativ. Zudem kommen immer weniger Aufträge hinzu. Das lässt die Geschäftserwartungen der Unternehmen per Saldo weiter ins Minus rutschen. „Die Haushaltskrise, hohe Kosten, insbesondere bei Energie und Arbeit sowie die überbordende Bürokratie verunsichern die Unternehmen. Die Folge: Die Schere zu Gunsten der Auslandsstandorte öffnet sich weiter, vor allem Inlandsinvestitionen gehen zunehmend verloren. Wir brauchen dringend eine verlässliche Standortpolitik, um eine De-Industrialisierung zu verhindern“, erklärte Florian Bielmeier, bayme vbm Vorstandsmitglied der Region Niederbayern zur aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Passau vorgestellt wurde.

Laut Umfrage hat sich die aktuelle Geschäftslage erneut deutlich eingetrübt, nur noch 23,3 Prozent der Unternehmen bewerten diese als gut. Die Salden haben sich seit Sommer stark verschlechtert und liegen für das Inlandsgeschäft bei -5,1 Punkten und im Auslandgeschäft bei -15,2 Punkten. Auch die Erwartungen für das kommende Jahr verharren im negativen Bereich. Für das Inlandsgeschäft liegen sie bei -37,4 Punkten und für das Auslandsgeschäft bei -12,1 Punkten.

Die Investitionspläne der niederbayerischen M+E Unternehmen sind weiter gesunken und liegen auch im negativen Bereich. Nur noch 10,9 Prozent wollen die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Große Sorge bereitet uns, dass nur noch 6,5 Prozent davon auf Erweiterungen entfallen, der weit überwiegende Teil sind mit 30,5 Prozent Ersatzbeschaffungen und mit 21 Prozent Rationalisierungen. Das ist ein gefährlicher Mix für unseren Standort. Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht zügig verbessern und die Politik für Planungssicherheit und Stabilität sorgen, befürchten wir eine zunehmende De-Industrialisierung“, sorgt sich Bielmeier.

Laut Umfrage geben über 36 Prozent der Unternehmen an, dass sich in den letzten 24 Monaten die Standortbedingungen verschlechtert haben. 29,4 Prozent der Unternehmen, die über verschlechterte Standortbedingungen berichten, haben bereits Wertschöpfung ins Ausland verlagert. 56,3 Prozent planen dies. „Wir verlieren zunehmend Investitionen und Wertschöpfung an das Ausland. Bei 81,3 Prozent der Unternehmen hat das negative Auswirkungen auf die inländischen Investitionstätigkeiten“, erklärt Bielmeier. Betroffen sind vor allem Neuinvestitionen: 83,3 Prozent der Unternehmen reduzieren diese angesichts der Standortbedingungen, 16,7 Prozent unterlassen sie komplett.

Die Beschäftigungspläne der niederbayerischen M+E Unternehmen sind trotz des weiterhin bestehenden massiven Arbeitskräfte- und Fachkräftemangels negativ. Der Saldo fiel auf -10 Punkte. „2024 erwarten wir einen Rückgang der Beschäftigung um rund 500 Personen, so dass zum Jahresende 2024 fast 93.500 Personen in der niederbayerischen M+E Industrie beschäftigt sein werden“, berichtet Bielmeier und fügt hinzu: „Die De-Industrialisierung wirft ihre Schatten voraus. Steuern wir nicht um, werden wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben.“