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27.01.26 | Pressemitteilung
Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – Stimmung weiterhin schlecht / Weiß: „Brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“
Die Lage der schwäbischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt auch im zweiten Halbjahr 2025 schwierig. Die schwäbischen M+E Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage wieder schlechter als im Sommer. Bei den Geschäftserwartungen für In- und Ausland überwiegt hingegen die Zuversicht. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, fasst Jürgen Weiß, bayme vbm Regionalvorstand der Region Schwaben, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Augsburg vorgestellt wurde.
Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage noch einmal schlechter als im Sommer bewertet. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -11,9 Punkten, beim Auslandsgeschäft bei -25,7 Punkten. Die Erwartungen in diesem Jahr für das Inlandsgeschäft haben sich zwar verbessert, für das Auslandsgeschäft ist die Zuversicht allerdings gesunken. „Ein rechter Aufschwung ist nicht zu sehen, eher die Hoffnung, dass es insgesamt nicht schlimmer werden wird“, so Weiß.
Die herausfordernden Standortbedingungen haben die inländischen Produktionspläne der Unternehmen in Schwaben weiter ins Minus gedrückt. „Es ist positiv, dass knapp 30 Prozent ihre Produktion steigern wollen. Gleichzeitig aber muss jedes dritte Unternehmen Ihren Output zurückfahren. Das ist bitter für unseren Standort“, erklärt Weiß. Die inländischen Investitionspläne bleiben im Saldo bei minus 14,4 Prozent klar negativ. „Die Entwicklung mag schleichend sein, aber was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden“, findet Weiß.
Die Beschäftigungspläne der schwäbischen M+E Unternehmen bleiben im negativen Bereich, haben sich aber gegenüber dem Sommer verbessert. „Dennoch prognostizieren wir für dieses Jahr einen weiteren Rückgang um 3.000 Stellen auf dann knapp 132.000 Beschäftigte“, berichtet Weiß und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Es ist um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz traurig.“
Für 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto und die Arbeitskosten steigen unaufhörlich weiter. Der weiteren De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, erklärt Weiß und ergänzt: „Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“