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Autor*in des Beitrags

Lena Grümann

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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17.01.23 | Pressemitteilung

Stabile Lage – pessimistische Erwartungen / Johannsmann: „Fach- und Arbeitskräftemangel bremst rund 90 Prozent der Betriebe aus“

Die Lage in der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie ist stabil, aber weiterhin von Unsicherheiten geprägt. Während sich der Materialmangel etwas entspannt, sind die Preise bei Vorprodukten, Logistik, Rohstoffen und Energie unverändert hoch. Zudem schwächt sich die Auftragslage ab. Das wirkt sich negativ auf die Erwartungen der Unternehmen an das Inlandsgeschäft aus. „Hohe Kosten, eine gefährdete Versorgungssicherheit mit Energie, die sich abkühlende Weltkonjunktur und vielfältige geopolitische Risiken verunsichern unsere Unternehmen. Zeitgleich entwickelt sich der Arbeits- und Fachkräftemangel zur Belastungsprobe und zum Wachstumshemmnis für unsere Industrie. Für die kommenden Monate hoffen wir, dass die Gas- und Strompreisbremsen ihre entlastende Wirkung für die Unternehmen entfalten. Andernfalls würde dies zu einer konjunkturellen Talfahrt führen“, erklärte Martin Johannsmann, Vorsitzender der bayme vbm Region Main und Rhön, zur aktuellen Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen, die heute in Würzburg vorgestellt wurde.

Laut Umfrage wird die aktuelle Geschäftslage im Inland von rund einem Drittel der Unternehmen als gut bewertet. Die Salden liegen für das Inlandsgeschäft bei +15,7 Punkten und im Auslandgeschäft bei +41,1 Punkten. Die Erwartungen für das kommende Jahr haben sich eingetrübt. Für das Inlandsgeschäft liegen sie bei -27,9 Punkten, für das Auslandsgeschäft hingegen noch bei +8,8 Punkten.

Kernproblem der Unternehmen bleibt laut Umfrage der Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten. Mehr als 35 Prozent der Unternehmen leiden unter mittelmäßigen bis starken Beeinträchtigungen durch den Materialmangel. Fast alle Unternehmen haben mit verspäteten Lieferungen zu kämpfen. „Die Produktionspläne sind stabil. Wir erwarten eine Erholung ab dem Frühjahr 2023, die sich im Herbst 2023 verlangsamen wird. Im Jahresdurchschnitt 2023 wird die Produktion auf dem Niveau von 2022 liegen“, prognostiziert Johannsmann.

Bei den Investitionsplänen sind die unterfränkischen M+E Unternehmen zurückhaltender: Nur knapp 17 Prozent wollen die Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen. „Mit einem Anteil von fast 30 Prozent stehen die Ersatzinvestitionen an erster Stelle. Um dauerhaft für Investitionen interessant zu bleiben, müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden“, findet Johannsmann und ergänzt: „Sorge bereiten hohe Arbeitskosten, Steuern und Abgaben sowie Bürokratiemonster wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz.“

Die Ertragslage der Unternehmen in Unterfranken ist gut, aber auch differenziert. 60 Prozent der Betriebe rechnen im laufenden Jahr mit einer Nettoumsatzrendite von über vier Prozent. Gleichzeitig befürchtet fast ein Viertel der Unternehmen, in diesem Jahr entweder Verluste zu schreiben oder über eine schwarze Null nicht hinaus zu-kommen. „Die Ertragslage ist damit etwas besser als noch im Sommer. Die Ergebnisse lassen etwas Spielraum, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im kommenden Jahr verschlechtern sollten. Aber für eine Entwarnung ist es zu früh“, so Johannsmann.

Die Beschäftigung wird in den kommenden Monaten weiter moderat steigen. Jedes zweite M+E Unternehmen in Unterfranken will im ersten Halbjahr 2023 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, nur knapp sieben Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. Bremsend wirkt der Arbeitskräftemangel. 45 Prozent der Betriebe sehen ihre Produktion dadurch erheblich beeinträchtigt, weitere 42 Prozent zumindest geringfügig. „Im vergangenen Jahr haben die unterfränkischen M+E Unternehmen rund 1.600 Stellen geschaffen. Bis zum Jahresende 2023 erwarten wir einen Anstieg der Beschäftigung um rund 1.000 weitere Stellen auf dann gut 91.000“, berichtet Johannsmann und fügt hinzu: „Um langfristig den Bedarf zu decken, brauchen wir eine erleichterte Zuwanderung von Fachkräften und begrüßen die aktuellen Entwicklungen bei der gesetzlichen Anpassung der Fachkräftezuwanderung.“