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14.08.26 | Pressemitteilung

Große Mehrheit der M+E Unternehmen sieht Deindustrialisierung als überwindbar / Brossardt: „Grundvoraussetzung sind aber strukturelle Reformen“

Drei Viertel der M+E Unternehmen im Freistaat sind der Ansicht, dass die Deindustrialisierung aufgehalten werden kann. Voraussetzung dafür sind aber grundsätzliche Strukturreformen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen zum Standort Deutschland. „Die Unternehmen haben ein Grundvertrauen in den Standort. Aber sie geben der Politik einen klaren Auftrag: Die Standortbedingungen müssen nachhaltig verbessert werden“, ordnet Bertram Brossardt, bayme vbm Hauptgeschäftsführer, die Ergebnisse ein. Fast 90 Prozent der M+E Betriebe gaben an, dass sich die Standortbedingungen in den letzten zehn Jahren verschlechtert haben. „Da lässt sich nichts beschönigen: Die strukturellen Standortprobleme setzen uns massiv unter Druck, dazu kommen geopolitische Krisen, die aggressive US-Zollpolitik, die unfairen chinesischen Handelspraktiken sowie deren starke Konkurrenz.“

Die drei wichtigsten Stellschrauben zur Stärkung des Standorts sind für die M+E Unternehmen laut Umfrage die Höhe der Arbeitskosten, eine wettbewerbsfreundliche Wirtschaftspolitik und Planungssicherheit sowie der Grad an Bürokratie und Regulierung. Diese drei Faktoren haben für die Unternehmen die größte Bedeutung und werden gleichzeitig sehr negativ bewertet. Ebenfalls sehr schlecht fällt die Bewertung der Unternehmenssteuern und der Energiepreise aus. Eine große Bedeutung hat auch die Qualifikation von Fachkräften, hier fällt das Urteil der Betriebe über die Entwicklung aber besser aus. Brossardt kommentiert dazu: „Die Umfrage zeigt, wo es im Moment noch gewaltig hakt. Die Bundesregierung hat mit ihrem Reformpaket einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, jetzt müssen aber die größten Brocken bei den Strukturreformen angegangen werden. Ohne eine dauerhafte und nachhaltige Senkung der Arbeitskosten werden wir den Aufschwung nicht meistern können, wir sind weiterhin zu teuer. Zudem brauchen die Unternehmen eine echte steuerliche Entlastung: Die angekündigte Steuerreform kann nur ein Anfang sein, es müssen zügig weitere Entlastungen folgen, auch bei den Energiekosten. Das gleiche gilt für den Bürokratieabbau, hier sehen wir aber auch die EU stark in der Pflicht.“

Brossardt betont: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass die M+E Unternehmen an die wirtschaftliche Stärke Deutschlands glauben – vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen. Deshalb ist die Bundesregierung gefordert, mit Entschlossenheit und Mut den Reformkurs voranzutreiben und auch unbequeme Entscheidungen zu treffen, um dauerhaft Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen.“