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Autor*in des Beitrags

Elias Kerperin

Abteilung Volks- und Außenwirtschaft

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Statistik | Information | 11/22

Jahresgutachten 2022/2023 des Sachverständigenrats

Die Energiekrise und die hohe Inflation belasten die Haushalte und die Unternehmen in Deutschland massiv. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung (SVR) erwartet deshalb einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im kommenden Jahr um 0,2 Prozent. Dank des noch positiv verlaufenen ersten Halbjahres wird die deutsche Wirtschaft im Durchschnitt des aktuellen Jahres um 1,7 Prozent wachsen.

Weltwirtschaftliche Entwicklung

Die weltweite Konjunktur hat sich seit Beginn des Jahres 2022 deutlich abgeschwächt. In der Analyse der globalen Konjunktur unterscheidet der Sachverständigenrat zwischen den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und den Schwellenländern. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften insgesamt konnte im ersten Halbjahr 2022 noch ein positives Wachstum beobachtet werden, dieses fiel jedoch deutlich schwächer aus als im 2. Halbjahr 2021. Insbesondere in Europa sorgten Erholungseffekte nach rund zwei Jahren Corona-Pandemie für positive Wachstumsraten. Die USA verzeichneten hingegen einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität. In den Schwellenländern insgesamt wurde im 1. Halbjahr 2022 ein negatives Wachstum beobachtet. Hier macht sich insbesondere die aktuelle Wachstumsschwäche Chinas bemerkbar. Einige Länder Lateinamerikas und Asiens konnten gleichzeitig eine starke Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität verzeichnen.

Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland

Im ersten Halbjahr 2022 erhielt die Konjunktur in Deutschland vor allem durch den nach Aufhebung der Corona-Einschränkungen steigenden Dienstleistungskonsum positive Impulse. Seit Jahresmitte belastet die hohe Inflation den Konsum. Gleichzeitig leidet die Produktion unter der Energiekrise sowie unter der sich abschwächenden Weltkonjunktur. Somit stagniert die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr, dank der positiven Entwicklung in der ersten Jahreshälfte ergibt sich im Jahresdurchschnitt nach Einschätzung des Sachverständigenrats ein Anstieg des BIP um 1,7 Prozent.

Für das Winterhalbjahr 2022/2023 erwartet der Sachverständigenrat einen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion in Deutschland. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2023 ist mit einem Wiederanziehen der Konjunktur zu rechnen. Im Jahresdurchschnitt ergibt sich nach der Prognose ein Rückgang des BIP um 0,2 Prozent gegenüber 2022.

Wirtschaftspolitik

Priorität räumt der Sachverständigenrat in der aktuellen Situation der „solidarischen Bewältigung der Energiekrise“ ein, sowohl auf deutscher als auch auf europäischer Ebene. Ziel müsse es sein, sowohl das Energieangebot zu erhöhen als auch die Nachfrage nach Energie zu senken.

Außerdem ist nach Ansicht des Rats eine Entlastung von Verbrauchern und Unternehmen dringend erforderlich. Allerdings sollten diese zielgerichteter ausgestaltet werden als bisher. So sollten sich die Entlastungen fokussieren auf die Haushalte, die die Preissteigerungen nicht verkraften können und auf Unternehmen, die überdurchschnittlich belastet sind und zugleich ein mittelfristig tragfähiges Geschäftsmodell haben. Wichtig sei zudem, dass das Knappheitssignal hoher Preise durch die Entlastungen nicht geschwächt werde, weil dies die Bemühungen zur Einsparung von Energie konterkarieren würde.