Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle

Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

Autor*in des Beitrags

08.01.24 | Information

Umfrage: Bürokratie belastet bayerische M+E Industrie

Neun von zehn Unternehmen betroffen

In einer Umfrage der Bayerischen M+E Arbeitgeberverbände bayme vbm gaben über 90 Prozent der befragten Betriebe aus der bayerischen Metall- und Elektroindustrie an, stark oder sehr stark durch Bürokratie belastet zu sein. Dabei sagten 61,9 Prozent, dass sie stark belastet sind, 30,2 Prozent berichteten von einer sehr starken Belastung. Lediglich 7,4 Prozent erachteten den Bürokratieaufwand als angemessen. Die Belastung durch Bürokratie hat sich aus der Sicht der befragten Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren erhöht. Über die Hälfte der Unternehmen (52,4 Prozent) berichtete von einer stark gestiegenen Bürokratiebelastung, weitere 45,5 Prozent von einer gestiegenen Belastung. Lediglich 2,1 Prozent der Unternehmen konnten keine Steigerung der Belastung durch Bürokratie erkennen.

Eine grafische Aufbereitung der zentralen Ergebnisse der Umfrage steht Ihnen am Ende dieser Seite als Download zur Verfügung.

Sowohl Umfang als auch Ausgestaltung der Vorgaben ein Problem

Als besonders belastend nehmen die Unternehmen die hohe Anzahl der Gesetze und Verordnungen und den Umsetzungsaufwand neuer Vorschriften wahr. Nach der „Anzahl der Gesetze / Verordnungen“ gefragt, empfinden 55,8 Prozent der Unternehmen die Belastung als sehr hoch. Weitere 42,1 Prozent empfinden die Belastung als hoch. Nur 2,1 Prozent empfinden die Belastung als angemessen. Beim „Umsetzungsaufwand neuer Vorschriften“ empfinden sogar 56,8 Prozent die Belastung als sehr hoch. Weitere 36,3 Prozent empfinden sie als hoch. 6,8 Prozent empfinden sie als angemessen oder niedrig.

Einen Grund für die hohe Bürokratiebelastung sehen die Unternehmen – neben der schieren Anzahl der Vorschriften – in der Art und Weise, wie die Vorschriften ausgestaltet sind. Nur sehr wenige Betriebe erachten der Umfrage zufolge die für ihr Unternehmen zu beachtenden Vorschriften als „einfach zu identifizieren“ (5,8 Prozent), „verständlich formuliert“ (3,7 Prozent), „leicht anzuwenden“ (4,8 Prozent) oder überhaupt als „sinnvoll“ (6,4 Prozent). Eine Folge davon: Zwei von drei Unternehmen (67,4 Prozent) sind sich nicht sicher, ob sie alle bürokratischen Erfordernisse erfüllen. Lediglich 18,9 Prozent sehen sich in der Lage, dies zu tun.

Unternehmen blicken kritisch auf Politik und Verwaltung

Mit der Arbeit der Politik und der Verwaltung sind die Unternehmen der Umfrage zufolge mehrheitlich unzufrieden. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Regierungsebenen. Mit der Politik der EU-Kommission sind vier von fünf beziehungsweise insgesamt 80,2 Prozent „unzufrieden“ (41,3 Prozent) oder „eher unzufrieden“ (38,9 Prozent). Am kritischsten sind die bayerischen M+E Unternehmen mit der Bundesregierung. 83,9 Prozent sind hier mit der aktuellen Politik entweder „unzufrieden“ (48,2 Prozent) oder „eher unzufrieden“ (35,7 Prozent). Vergleichsweise milde fällt das Urteil hinsichtlich der bayerischen Staatsregierung aus. Mit 46,3 Prozent sind hier weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen „unzufrieden“ (10,2 Prozent) oder „eher unzufrieden“ (36,1 Prozent).

Ein Grund für die kritische Sicht der Unternehmen auf die Politik könnte sein, dass sich die Unternehmen durch die Politik nicht gesehen fühlen und dieser das Verständnis für die unternehmerische Realität fehlt. 84,2 Prozent lehnen demnach die Aussage ab, dass „die Politik genügend Wertschöpfung für ihre Unternehmenstätigkeit habe“ und 85,2 Prozent lehnen die Aussage ab, dass „Politik und Behörden sehr gut mit der Unternehmensrealität vertraut seien“.

Unternehmen wünschen sich weniger Bürokratie und mehr Mitsprache

Um die Belastungen durch bürokratische Vorgaben zu senken, schlagen die Unternehmen diverse Lösungsansätze vor. Die größte Unterstützung genießen dabei:

  • Reduzierung von Berichts- und Dokumentationspflichten (81,0 Prozent)
  • Bürokratievermeidung noch stärker im Gesetzgebungsprozess und der Gesetzesfolgenabschätzung mitdenken (77,9 Prozent)
  • Beschleunigung von Antrags- und Genehmigungsverfahren (73,8 Prozent)

Um die Lösungsansätze zielgerichtet umzusetzen und echte Entlastung zu schaffen, sind die Unternehmen der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bereit, sich am Prozess des Bürokratieabbaus zu beteiligen. Beinahe vier von fünf (78,3 Prozent) Unternehmen bieten an, sich mit zeitlichem Aufwand beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Verbänden oder der Bewertung von Gesetzesentwürfen einzubringen.