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30.10.26 | Pressemitteilung

IG Metall Säbelrasseln durch angekündigte Warnstreiks ist völlig unangebracht / Brossardt: „Lösungen finden wir am Verhandlungstisch, nicht mit althergebrachten Ritualen“

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. kritisiert die zum Ende der Friedenspflicht angekündigten Warnstreiks durch die IG Metall Bayern. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober. „Wir stehen mitten in einer der tiefsten und längsten Konjunktur- und Strukturkrisen der M+E Industrie. Dazu wird den Unternehmen durch die Transformation alles abverlangt, nahezu jeder etablierte Geschäftsprozess muss neu durchdacht oder gleich neu erfunden werden. Angesichts dieser Herausforderungen ist das Säbelrasseln der IG Metall mit Warnstreiks völlig unangebracht“, kommentiert vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und ergänzt: „Wir haben noch innerhalb der Friedenspflicht ein tragfähiges und der Situation angemessenes Angebot vorgelegt. Wir erwarten, dass sich die IG Metall damit konstruktiv auseinandersetzt. Althergebrachte Rituale und Erpressung durch Blockade bringen uns nicht voran.“

Der vbm beobachtet mit Sorge die Entkopplung zwischen der wirtschaftlichen Realität der Unternehmen und den unverändert hohen Forderungen der IG Metall. „Erst kürzlich hat Frau Benner wieder den Einfluss von Arbeitskosten auf Beschäftigung und Standortentscheidungen nivelliert. Das ist brandgefährlich, denn die Wahrheit sieht anders aus. Die Arbeitskosten machen im Durchschnitt 38 Prozent der Gesamtkosten der Unternehmen aus, damit sind wir nicht konkurrenzfähig. Weitere hohe Entgeltsteigerungen nehmen vielen Unternehmen die Luft zum Atmen, verschärfen interne Verteilungskämpfe um Aufträge zur Produktion und heizen Verlagerungstendenzen an. Das wird auf die Beschäftigung durchschlagen, wenn die IG Metall nicht zum Einlenken bereit ist“, betont Brossardt.

Die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber haben noch in der Friedenspflicht ein gutes und faires Angebot vorgelegt: Es umfasst eine nach den Regeln der Automatischen Differenzierung differenzierbare Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen tariflichen Jahresbruttoentgelts im Juli 2027, eine Tabellenerhöhung in Höhe von 1,3 Prozent im Juli 2028, bei einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028. Weiter muss die Automatische Differenzierung ausgeweitet und dauerhaft fortgeschrieben werden. „Das Angebot erfolgt in der Erwartung der Einführung eines betrieblichen Instruments zur Sicherung von Investitionen, Innovationen, Standorten und Beschäftigung. Zudem besteht ein Gesprächswunsch über die hohen Krankenstände und Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten sowie zur beschleunigten Einführung von KI. Es ist an der Zeit, Forderung und Angebot am Verhandlungstisch in Einklang zu bringen, für die Beschäftigten und für die Unternehmen. Wir stehen dazu bereit“, fasst Brossardt das Arbeitgeberangebot zusammen.