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14.01.26 | Pressemitteilung
Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – Stimmung weiterhin schlecht / Bornemann: „Brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“
Die Lage der Oberpfälzer Metall- und Elektro-Industrie bleibt auch im zweiten Halbjahr 2025 durchwachsen. Die Erwartungen hinsichtlich der weiteren Entwicklung gingen deutlich zurück. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, fasst Alexandra Bornemann, Vorsitzende des bayme vbm Vorstands Regensburg der Region Oberpfalz, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsbetrieben zusammen, die heute in Regensburg vorgestellt wurde.
Laut Umfrage bewerten die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage im Inland schlechter als noch vor einem halben Jahr. Zwar gaben knapp 19 Prozent eine positive Rückmeldung, aber rund 29 Prozent kommen zu einem negativen Urteil. Damit liegt der Saldo aus positiven und negativen Antworten im Inlandsgeschäft bei -9,8 Punkten. Anders sieht es beim Auslandsgeschäft aus: 32 Prozent sind zufrieden, etwa 19 Prozent unzufrieden. Damit liegt der Saldo mit +13,2 im positiven Bereich. Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich spürbar eingetrübt. Signifikant ist vor allem die schlechtere Einschätzung des Inlandsgeschäfts mit einem Saldo von -20,5 Prozentpunkten. Aber auch die Aussichten für den Export sind wesentlich negativer als in der vorherigen Befragung. „Die Salden aus positiven und negativen Einschätzungen sind im Vergleich zum vergangenen Sommer regelrecht eingebrochen. Das zeigt die schwierige Lage der Oberpfälzer M+E Betriebe. Ein Aufschwung ist nicht zu abzusehen“, so Bornemann.
Trotz der herausfordernden Standortbedingungen sind die inländischen Produktionspläne der Unternehmen in der Oberpfalz weiterhin leicht im positiven Bereich und haben sich um gut 2 Prozentpunkte verbessert. „Es ist ein gutes Zeichen, dass mehr als 86 Prozent der Unternehmen ihre Produktion auf gleichem Niveau halten wollen. Knapp 9 Prozent haben vor, ihre Produktion auszuweiten, gut 5 Prozent gehen davon aus, sie zurückfahren zu müssen“, prognostiziert Bornemann. Die inländischen Investitionspläne der Betriebe liegen im Saldo mit plus 3,5 Prozentpunkten im positiven Bereich. Bei der letzten Umfrage hatten die negativen Einschätzungen überwogen.
Laut aktueller Umfrage sind die Beschäftigungspläne der Oberpfälzer M+E Unternehmen leicht gesunken. Fast 30 Prozent der Unternehmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Für das kommende Jahr prognostizieren wir einen weiteren Rückgang um 2.500 Arbeitsplätze auf dann 91.500“, berichtet Bornemann und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Die Entwicklung mag schleichend sein, aber was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden“, erklärt Bornemann.
Für 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto, zudem steigen die Arbeitskosten unaufhörlich weiter. Der voranschreitenden De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, sagt Bornemann und ergänzt: „Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E-Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“