Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle
Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.
Log-in
Autor*in des Beitrags
19.01.26 | Pressemitteilung
Hoffnungen der Unternehmen wurden enttäuscht – Stimmung weiterhin schlecht / Bielmeier: „Brauchen schnell eine handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“
Die Lage der niederbayerischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt auch im zweiten Halbjahr 2025 schwierig. Die niederbayerischen M+E Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage wieder schlechter als im Sommer. Die Geschäftserwartungen für In- und Ausland beurteilen die Unternehmen im Saldo zwar positiv, wobei das Bild vor allem durch die Automobilindustrie geprägt ist, die von sehr niedrigem Niveau ausgehend auf eine Verbesserung hofft. „Im Ausland wird mehr produziert, mehr investiert und es werden mehr Jobs geschaffen. Das zeigt, dass unser Wirtschafts- und Industriestandort das Problem ist. Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig und zahlen mit der anhaltenden De-Industrialisierung einen hohen Preis dafür. Dem Abwärtstrend muss ein Ende gesetzt werden, doch die Bundesregierung agiert zu zögerlich, zu unkonkret und vor allem nicht schnell genug. Wir dürfen nicht weiter zusehen, wie immer mehr Wertschöpfung den Standort verlässt, sondern brauchen jetzt eine schnell handelnde Regierung, um unseren Wohlstand zu bewahren“, fasst Florian Bielmeier, bayme vbm Regionalvorstand der Region Niederbayern, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Passau vorgestellt wurde.
Laut Umfrage bleibt die aktuelle Geschäftslage schwierig. Nur 17,0 Prozent bewerten die inländische Geschäftslage als gut. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -6,6 Punkten und beim Auslandsgeschäft bei -12,8 Prozent. Die Erwartungen in diesem Jahr für das Inlands- und Auslandsgeschäft sind zwar im Schnitt zuversichtlich, wenn auch von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend. „Ein rechter Aufschwung ist nicht zu sehen, eher die Hoffnung, dass es insgesamt nicht schlimmer werden wird“, so Bielmeier.
Die herausfordernden Standortbedingungen spiegeln sich auch in den inländischen Produktionsplänen der Unternehmen. Diese sind im Vergleich zum Sommer um 23,0 Prozent auf 9,2 Prozentpunkte gesunken. „Es ist positiv, dass immerhin noch rund jedes vierte Unternehmen seine Produktion steigern will. Gleichzeitig aber müssen 16,1 Prozent der Unternehmen Ihren Output zurückfahren. Das ist bitter für unseren Standort“, prognostiziert Bielmeier. Die inländischen Investitionspläne fallen im Saldo auf minus 3,8 Prozent in den negativen Bereich, nachdem sie im Sommer noch im positiven Bereich lagen. „Die Entwicklung geht in die falsche Richtung, was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder. Schon gar nicht, wenn die hausgemachten Probleme nicht angegangen oder sogar durch kosten- und bürokratietreibende Vorhaben verschlimmert werden“, findet Bielmeier.
Die Beschäftigungspläne der niederbayerischen M+E Unternehmen bleiben im negativen Bereich. 17,4 Prozent der Unternehmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen. „Für dieses Jahr prognostizieren wir einen weiteren Rückgang um 2.000 Stellen auf dann knapp 90.000 Beschäftigte“, berichtet Bielmeier und fügt hinzu: „Nirgendwo sieht man die Auswirkungen einer verfehlten Industrie- und Standortpolitik mehr als bei der Beschäftigung. Es ist um jeden einzelnen verlorenen Arbeitsplatz traurig.“
Für 2026 erwarten die Verbände, dass die Bundesregierung aus guten Ideen wie der Modernisierungsagenda oder dem Infrastruktur-Beschleunigungsgesetz zeitnah echte Aktionen folgen lässt. Größte Baustelle, die auch ihre Schatten auf die Tarifrunde 2026 wirft, sind die Sozialversicherungskosten. „Ohne eine echte Reform steigen die Beitragssätze, es bleibt weniger Netto vom Brutto und die Arbeitskosten steigen unaufhörlich weiter. Der weiteren De-Industrialisierung öffnen wir damit Tür und Tor“, erklärt Bielmeier und ergänzt: „Es geht um nicht weniger als um die Zukunftsfähigkeit unserer Industrie. Denn die M+E Industrie ist das Herz der bayerischen Industrie und die Industrie ist das Herz der bayerischen Wirtschaft.“