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Autor*in des Beitrags

Volker Leinweber

Geschäftsführer, Leiter der Abteilung Volks- und Außenwirtschaft

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M+E Konjunkturumfrage Bayern, Sommer 2022

Arbeitsmarkt | Umfrage | 29.07.2022

M+E Konjunkturumfrage Bayern, Sommer 2022

Die Lage in der bayerischen M+E Industrie ist angespannt. Infolge der Lieferengpässe und des Materialmangels können die vorhandenen Aufträge nicht abgearbeitet werden. Zudem belasten die massiven Kostensteigerungen für Fracht, Vorprodukte und vor allem Energie die Unternehmen. Die kommenden Monate sind von enormer Unsicherheit geprägt, vor allem ein Erdgas-Stopp aus Russland schwebt als Damokles-Schwert über der weiteren Geschäftsentwicklung.

Geschäftslage und -erwartungen

Die Geschäftslage im ersten Halbjahr 2022 wurde von den Unternehmen der bayerischen M+E Industrie nach wie vor positiv bewertet, im Vergleich zum Jahresbeginn haben sich die Salden aus positiven und negativen Antworten nahezu halbiert.

Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind spürbar gesunken. Sowohl für das Inlands- als auch für das Auslandsgeschäft liegen die Erwartungssalden im negativen Bereich.

Materialmangel belastet unverändert

Gebremst wird die Produktion weiterhin durch den anhaltenden Mangel an Material und Vorprodukten. Mehr als 90 Prozent der Betriebe sehen ihre Produktion dadurch beeinträchtigt, knapp 30 Prozent sogar in starkem Maße.

Mit einer kurz- oder mittelfristigen Entspannung ist nicht zu rechnen. 10 Prozent der Unternehmen hoffen, dass sich die Lage in der ersten Jahreshälfte 2023 entspannt, 20 Prozent hoffen auf das zweite Halbjahr 2023. Fast jede zweite Firma kann keine Einschätzung abgeben.

Produktions- und Investitionspläne

Die Produktionspläne der bayerischen M+E Unternehmen haben sich im Vergleich zum Jahresbeginn weiter eingetrübt. Der Großteil der Betriebe geht von keiner Änderung der aktuell schwachen Produktionsentwicklung aus. 29 Prozent der Firmen wollen in der zweiten Jahreshälfte 2022 ihre Produktion ausweiten, mit einem Produktionsrückgang rechnen zehn Prozent der Unternehmen.

Die Investitionspläne der M+E Unternehmen in Bayern sind noch stärker zurückgegangen als die Produktionspläne. Gut 22 Prozent der Betriebe wollen ihre Investitionen in den kommenden Monaten erhöhen, mehr als 15 Prozent müssen die Investitionsausgaben zurückfahren. Zudem entfallen nur gut 16 Prozent der geplanten Investitionen auf Erweiterungen.

Beschäftigungspläne

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen sind weiter expansiv. Mehr als jeder zweite Betrieb will im zweiten Halbjahr 2022 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, nicht einmal drei Prozent der Firmen befürchten, Stellen abbauen zu müssen.

Fraglich ist, ob die Beschäftigungspläne der Unternehmen im gewünschten Ausmaß realisiert werden können. Der Mangel an Arbeitskräften wird zum zunehmenden Problem. 42,5 Prozent der Betriebe sehen ihre Produktions- bzw. Geschäftstätigkeit derzeit durch fehlende Arbeitskräfte erheblich beeinträchtigt. Bei weiteren 46,5 Prozent ist die Produktion durch den Fachkräftemangel in geringfügigem Maße beeinträchtigt.