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Sarah Schmoll

Integration von Geflüchteten, MINT-Talentförderung, Projekte

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07.05.26 | Ausbildung + PE | Information

MINT-Frühjahrsreport 2026: In Deutschland fehlen über 133.900 MINT-Arbeitskräfte

Der aktuelle MINT-Report zeigt, dass trotz der angespannten Wirtschaftslage immer noch viele MINT-Arbeitsplätze in Deutschland nicht besetzt werden können. Deutschlandweit fehlen 133.900 MINT-Fachkräfte. Im Vergleich zum Vorjahreswert ist die MINT-Lücke damit um 15,7 Prozent (158.800) gesunken. Dennoch sind MINT-Kräfte weiterhin in vielen Branchen nachgefragt.

Mit rund 77.400 Personen bilden die MINT-Facharbeiterberufe die größte Engpassgruppe, gefolgt von rund 44.200 Personen im Segment der MINT-Expertenberufe (Akademiker) sowie rund 12.300 im Bereich der Spezialisten- beziehungsweise Meister- und Technikerberufe.

Die größten Engpässe bestehen in Energie-/Elektroberufen (48.900), in den Berufen der Metallverarbeitung (26.500), in den Bauberufen (26.400) sowie in den Berufen der Maschinen- und Fahrzeugtechnik (22.900).

Durch den demografischen Wandel und den schrittweisen Renteneintritt der sogenannten Babyboomer-Generation verschärft sich der Fachkräftemangel weiter. Im Jahr 2034 werden rund 138.600 MINT-Beschäftigte weniger am Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Erwerbstätigkeit von Frauen in MINT-Berufen

Insgesamt hat sich die Anzahl der beschäftigten Frauen in MINT-Berufen seit 2012 um 35,7 Prozent erhöht. Der Anteil der Frauen an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in MINT-Berufen ist von 13,8 Prozent auf 16,5 Prozent gestiegen. In Bayern liegt der Frauenanteil unter allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in MINT-Berufen bei 16,8 Prozent.

Große Unterschiede zeigen sich bei der Betrachtung der Frauenanteile in den einzelnen Berufsgruppen. So sind beispielsweise bei den Expertenberufen die Frauenanteile in den Biologen- und Chemikerberufen mit 48,3 Prozent am höchsten und am niedrigsten im Bereich Energie- und Elektrotechnik mit 12,2 Prozent sowie in der Metallverarbeitung mit 12,4 Prozent.

Ausländische Beschäftigte in MINT-Berufen

Die Zuwanderung hat seit 2012 erheblich zur Sicherung von Fachkräften in MINT-Berufen beigetragen. Die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer*innen ist in diesem Bereich deutlich stärker gewachsen als die Beschäftigung deutscher Arbeitskräfte. Besonders ausgeprägt war dieser Anstieg bei akademischen MINT-Berufen, aber auch bei Spezialisten- und Facharbeiterberufen zeigt sich ein starkes Wachstum. Ohne diese Entwicklung wäre die MINT-Fachkräftelücke heute deutlich größer: Sie läge um rund 490.800 Personen höher und würde damit über 600.000 fehlende MINT-Kräfte erreichen.

Beschäftigungspotenziale Älterer im MINT-Bereich

Der Anteil älterer Beschäftigter in MINT-Berufen ist seit 2012 deutlich gestiegen. Der Anteil der MINT-Beschäftigten ab 55 Jahren erhöhte sich von 15,1 Prozent Ende 2012 auf 23 Prozent im September 2025. Der Anteil der MINT-Beschäftigten im Alter von 55 Jahren und älter an allen MINT-Beschäftigten liegt in Bayern bei 20,6 Prozent

Beschäftigte ab 63 Jahren leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Die sogenannte Verbleibsquote ist nach einem Rückgang durch die Einführung der Rente mit 63 seit 2015 stark gestiegen und lag im September 2025 bei 104,8 Prozent. Durch diese höhere Erwerbsbeteiligung älterer Beschäftigter stehen dem Arbeitsmarkt rund 112.500 zusätzliche MINT-Fachkräfte ab 63 Jahren zur Verfügung.

Position und Engagement der Verbände

Um die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft meistern zu können, müssen Maßnahmen ergriffen werden, um die MINT-Lücke nachhaltig zu schließen. Zentral ist hierbei, die Beschäftigungspotenziale von Frauen, Älteren und Menschen aus dem Ausland noch stärker zu heben. Kinderbetreuungsplätze müssen ausgebaut werden, damit Frauen die Möglichkeit haben, umfänglich am Erwerbsleben teilzunehmen. Zudem müssen Rentner*innen, die weiterhin arbeiten möchten, mit passenden Betrieben zusammengebracht werden. Unsere Plattform Talente in Rente geht hier als gutes Beispiel voran. Außerdem muss die Fachkräfteeinwanderung beschleunigt und vereinfacht werden.

Gleichzeitig liegt der Schlüssel aus unserer Sicht darin, in eine flächendeckend qualitativ hochwertige MINT-Bildung zu investieren, die alle Kinder schon früh erreicht.

Die Förderung der MINT-Bildung an Schulen und in außerschulischen Einrichtungen steht seit Jahren als wichtiger Bestandteil auf unserer bildungspolitischen Agenda. Mit unseren Modellprojekten leisten wir konkrete Beiträge zur Fachkräftesicherung im MINT-Bereich. Insbesondere unsere Angebote für Mädchen, wie beispielsweise die Girls’Day Akademien , unterstützen junge Frauen darin, MINT-Kompetenzen aufzubauen und für einen MINT-Beruf zu begeistern. Weitere Projekte zur Förderung der MINT-Bildung sind unter anderem MINT21 und MINT-EC .