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Autor*in des Beitrags

Dr. Irene Spagna

Verteidigungspolitik und -industrie

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27.05.26 | Transformation | Information

KI-gestützte Cyberangriffe: Strategische Handlungsoptionen für Unternehmen

Die Entwicklung leistungsfähiger Künstlicher Intelligenz, wie „Claude Mythos“, markiert eine neue Stufe der Cyberbedrohung für Unternehmen. Berichten zufolge ist die KI vom Hersteller Anthropic in der Lage, bislang unbekannte Schwachstellen (Zero-Day-Exploits) in gängiger Software eigenständig zu identifizieren und diese automatisiert für gezielte Cyberangriffe zu nutzen – und das in großem Maßstab sowie mit extrem hoher Geschwindigkeit. Bei internen Tests soll Mythos tausende bislang unbekannte Lücken in weit verbreiteten Internetbrowsern und Betriebssystemen aufgespürt haben.

Auch wenn "Claude Mythos" derzeit nicht öffentlich verfügbar ist, gilt die zugrunde liegende Entwicklung als unumkehrbar: Erste Komponenten wurden geleakt, vergleichbare Technologien entstehen bereits und weitere leistungsfähige KI-Anwendungen dürften zeitnah folgen. Damit steigt das Cyberrisiko für Unternehmen aller Größen und Branchen erheblich. Vor allem in Bereichen, in denen Standardsoftware eingesetzt wird oder veraltete Systeme betrieben werden.

KI-Cyberangriffe: Warum klassische IT-Sicherheit nicht mehr ausreicht

Für Unternehmen bedeutet dies: Klassische IT-Sicherheitsmaßnahmen allein reichen künftig nicht mehr aus, um Angriffe vollständig zu verhindern. Stattdessen rücken Cyber-Resilienz, Notfallmanagement und die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in den Mittelpunkt. Ziel ist es, auch im Fall erfolgreicher Angriffe handlungsfähig zu bleiben.

Schutz vor KI-Angriffen: Fünf Maßnahmen von BSI + Fraunhofer

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) und das Fraunhofer Institut raten Unternehmen deshalb zu folgenden Maßnahmen:

  • Kritische Abhängigkeiten analysieren: Klärung, von welchen externen Plattformen, Cloud-Anbietern, Security-Dienstleistern und KI-Werkzeugen im Ernstfall eine kritische Abhängigkeit besteht
  • Ausfallsicherheit erhöhen: Abbau von kritischen Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern
  • Beschleunigung von Patch- und Updatezyklen
  • Planung und Dokumentation: Verankerung und regelmäßige Erprobung eines Notfallhandbuches sowie eines Business-Continuity-Plans für den Ernstfall. Entscheidend ist, dass im Krisenfall schnell, koordiniert und auf Basis klarer Verantwortlichkeiten gehandelt werden kann, um Schäden wirksam zu begrenzen.
  • Kooperationen: Austausch und Vernetzung mit anderen Unternehmen